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18. Dezember 2017 | 06:18 Uhr

Heynckes Botschaft an Nachfolger Guardiola

vom

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 03:59 Uhr

London | Um 1.04 Uhr am Sonntagmorgen gab Jupp Heynckes endlich seine Zurückhaltung auf und feierte mit einem ausgelassenen Tanz auf der Bühne seinen Aufstieg in den Trainer-Olymp. "Jupp, Jupp, Jupp", schmetterten die Bayern-Profis während des ungewohnten Auftritts ihres scheidenden Coaches, der bei der Sieger-Party im Grosvenor House Hotel erst spät den Druck der vergangenen Tage abbaute.

Zuvor hatten die Spieler den 68-Jährigen, der als vierter Trainer in der Geschichte mit zwei verschiedenen Vereinen die begehrteste Trophäe des Vereinsfußballs geholt hat, in die Luft geworfen und verbal in den Himmel gehoben. Ganz London schien sich vor Heynckes - der bereits vor 15 Jahren mit Real Madrid in der Königsklasse triumphiert hatte - zu verneigen.

Wie sehr sich der künftige Bayern-Coach Pep Guardiola vor dem Fernsehschirm für seinen Vorgänger gefreut hat, ist dagegen nicht überliefert. Dass der Spanier ein ganz schweres Erbe antritt, ist spätestens seit Sonnabend sicher. Die Rekord-Bayern wurden unter "Don Jupp" zum Nonplusultra des Clubfußballs. Und Heynckes ließ es sich in der Stunde des Triumphs nicht nehmen, Guardiola genau diese Botschaft mit auf den Weg zu geben. "Ich übergebe meinem Nachfolger eine perfekt funktionierende Mannschaft. Mario Götze wird noch dazukommen, Robert Lewandowski wird auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Das sind noch zwei Top-Offensivspieler mehr", sagte der Weltmeister von 1974: "Es ist gut möglich, dass der Club eine Ära in Europa bestimmen kann."

Zunächst bestimmten aber die Lobeshymnen auf Heynckes, der nun in einer Reihe mit Ernst Happel, Ottmar Hitzfeld und José Mourinho steht, die Szenerie. Franz Beckenbauer, DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Bundestrainer Joachim Löw erklärten fast wortgleich, dass sie sich vor allem für den Europameister von 1972 freuen. Sollte Heynckes am Sonnabend mit dem DFB-Pokal das Triple perfekt machen, hat er sich über 34 Jahren als Fußballlehrer selbst ein Denkmal gesetzt.

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