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Bundesliga-Kolumne : Hanse-Hoch, Kasper-Theater, Sechser-Pack

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nicht Bremen oder Hamburg, wohl eher Augsburg oder Mainz melden Ansprüche auf den Relegationsplatz an. Eine Kolumne von Jürgen Muhl.

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2017 | 08:04 Uhr

Von wegen Relegation: Und schon gar nicht Abstieg. Jubel in Bremen und Hamburg. Werder und der HSV haben jeweils mit einer überzeugenden Vorstellung die Abstiegszone hinter sich gelassen. Während der Hamburger SV den 1. FC Köln auf rustikale Art niederkämpfte, begeisterte Werder Bremen in Freiburg mit einer Gala. Ein hanseatisches Hoch zieht über den norddeutschen Fußball-Himmel. Nicht Bremen oder Hamburg, wohl eher Augsburg oder Mainz melden Ansprüche auf den Relegationsplatz an. Die gegenwärtige Leistungskurve spricht für die beiden Traditionsclubs an Elbe und Weser. Wo offenbar auch das Klima mit erstligareifem Format die Wolken in den Süden schiebt. Wie in diesen Tagen.

Die Heimstärke im Volkspark erinnert an Zeiten, als der Hamburger SV noch auf Titeljagd ging. Sechs Siege in den letzten sieben Heimspielen. Im Volkspark wird der HSV von seinen Fans getragen. Es ist eine besondere Stimmung in diesem außergewöhnlichen Stadion, wohl die attraktivste und schönste Arena in der Bundesliga.

Wohl auch ein Grund mit, dass kaum einer der HSV-Profis, deren Verträge in diesem Sommer auslaufen, den Verein verlassen möchte. Was natürlich in erster Linie an der opulenten Bezahlung liegt. Da liegt der Hamburger SV im oberen Drittel der Liga. Was Vorstandschef Heribert Bruchhagen gern ändern möchte.

Sparsamkeit und Bescheidenheit zeichnen Werder Bremen aus. Die Leistungsexplosion der Mannschaft kommt gerade recht. Haben doch die Verantwortlichen angekündigt, auch in der kommenden Saison keine Etaterhöhung vorzunehmen. Das Beispiel Werder zeigt, dass es auch so geht. Mit Bilderbuch-Fußball.

Wie im Tollhaus: Dortmunds  Weltklasse-Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang streift sich nach seinem Treffer eine Werbemaske seines persönlichen Sponsors Nike übers Gesicht, obwohl Puma als Ausrüster des BVB fungiert und viel Geld dafür bezahlt. Aber abgesehen von den Millionen auf Fuß, Brust und Nase: Eine solche Maskerade hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen. Es ist schon fragwürdig, was sich ein Arbeitgeber wie Borussia Dortmund von seinen hoch bezahlten Angestellten alles gefallen lassen muss. Muss er? Nein, er muss nicht. Weil der BVB aber auch weiterhin einen solchen Ausnahmefußballer in seinem Trikot sehen will, duldet er ein solches Kasper-Theater. Wie auch Schalke 04 sein Maskottchen „Erwin“ gewähren lässt. Erwin zeigte Schiedsrichter Zwayer nach Spielschluss die Rote Karte, weil der bei einem Handspiel nicht auf Elfmeter für Schalke entschieden hatte. Die Bundesliga verkommt all zu oft zur Zirkus-Manege. Wie auch bei den vielen „Schwalben“ fliegender Profis, wie auch bei den Eskapaden der Trainer am Spielfeldrand.

Warmschießen: Von Bayern-Trainer Carlo Ancelotti ist bekannt, dass er seine Mannschaften zur rechten Zeit in Hochform bringt. Kurz vor und kurz nach Ostern treffen die Bayern in der Champions-League auf Real Madrid. Die Königlichen hatten Ancelotti vor seinem Engagement bei den Bayern den Laufpass gegeben. Dies dürfte eine besondere Note in die zwei Begegnungen bringen. Derzeit schießen sich die Bayern warm. Wie beim 6:0 gegen Augsburg.

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