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Hamburger SV fühlt sich wohl in der Rolle des Jägers

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Hanseaten glauben nach 4:1-Erfolg in Hoffenheim weiter an ihre kleine Chance auf die Europa-League-Qualifikation

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2013 | 10:02 Uhr

Hamburg | Das Beste kommt zum Schluss, lautet die Hoffnung des Hamburger SV in der Fußball-Bundesliga. Nach dem 4:1-Auswärtserfolg bei Hoffenheim 1899 ist der Einzug in die Europa League zum Saisonfinale noch möglich. Dafür müssen die Hanseaten allerdings am Sonnabend (15.30 Uhr) ihre Heimpartie gegen den Tabellendritten Bayer Leverkusen gewinnen, und zugleich muss Eintracht Frankfurt im eigenen Stadion gegen den VfL Wolfsburg verlieren. Tritt dieser Fall ein, wären die Hamburger Sechster und wider Erwarten doch noch im internationalen Geschäft vertreten.

"Wir haben viel zu gewinnen und nichts zu verlieren. Vielleicht sind wir in der Jägerrolle besser", meinte Chefcoach Thorsten Fink und fügte hinzu: "Ich habe schon die verrücktesten Dinge am letzten Spieltag gesehen." Mit dem Saisonverlauf ist der 45-Jährige trotz der zahlreichen Rückschläge insgesamt aber schon jetzt zufrieden. Im Sommer 2012 wurde Rang zehn als Ziel ausgerufen, tatsächlich bleibt am Ende unter dem Strich mindestens Platz acht. Das europäische Geschäft sollte ursprünglich erst in der kommenden Saison in Angriff genommen werden.

Der ehemalige Profi und heutige TV-Experte Thomas Strunz konstatierte mit Blick auf die Hanseaten: "Es spricht nicht für die Liga, dass der HSV nach diesen Ausschlägen nach unten noch um einen Europa-League-Platz mitspielt."

Die Hamburger agierten in Sinsheim allerdings erstaunlich aufgeräumt, diktierten das Geschehen und stießen mit dem verdienten Sieg die Hoffenheimer an den Rand zur 2. Liga. "Das lief richtig gut", frohlockte Abwehrspieler Marcell Jansen. Eine gefühlte Ewigkeit war es her, dass die Norddeutschen einen Gegner derart klar dominierten. Heung-Min Son und Artjoms Rudnevs mit ihrem jeweils zwölften Saisontreffer sowie Dennis Aogo und Petr Jiracek sorgten für den höchsten Erfolg seit drei Monaten. "Der HSV war brutal effektiv im Torabschluss", stöhnte der deprimierte Hoffenheimer Trainer Markus Gisdol.

Das positive HSV-Erlebnis war so stark, dass selbst der leidgeprüfte Vorstandschef Carl-Edgar Jarchow die Finanzmisere des Traditionsvereins kurzzeitig vergaß. "Jetzt haben wir ein kleines Finale. Nach dem Verlauf der vergangenen Wochen habe ich das nicht mehr erwartet", jubelte der Clubboss. Der FDP-Politiker ist derweil davon überzeugt, dass die Wirtschaftsbilanz zum Saisonende nicht so verheerend ausfällt wie befürchtet. Während Beobachter mit einem Rekordminus von bis zu 24 Millionen Euro rechnen, wollen Jarchow und Co. die Finanzen offenbar durch die Vertragsverlängerung mit dem Vermarkter Sportfive - und eine damit verbundene Einmalzahlung in Millionenhöhe - aufbessern.

Kapitän Rafael van der Vaart legte den Finger in die Wunde, als er einem Mannschaftsteil ein Sonderlob ausstellte: "Wir haben heute in der Abwehr richtig gut gestanden." Das war im Saisonverlauf eher die Ausnahme. Deshalb wollen Fink und Sportchef Frank Arnesen unbedingt einen gestanden Innenverteidiger holen. Teuer darf er aber nicht sein. Folglich sind auch die Gerüchte um einen möglichen Transfer des Sürmers Bojan Krkic vom AS Rom nach Hamburg mit Vorsicht zu genießen. Selbst bei einem Leihgeschäft - in dieser Saison ist Krkic an den AC Mailand ausgeliehen - blieben enorme Gehaltsforderungen, die nur schwer zu erfüllen sein dürften.

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