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Bundesliga-Kolumne : Gewalt-Täter, Leih-Spieler, Meister-Müdigkeit

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wie konnte die Gewalt im Dortmunder Stadion so ausarten? Der BVB hat viele Fragen zu beantworten. Ein Kommentar.

Widerwärtig: Die Südtribüne voller Hasstiraden. Alles gegen Leipzig, schreckliche persönliche Beleidigungen an die Adresse von Ralf Rangnick, tätliche Angriffe gegen Leipziger Fans, darunter Frauen und Kinder. Wie können hunderte von Transparenten mit abscheulichen Sprüchen und Schmähungen gegen die Gastmannschaft ins Dortmunder Stadion gelangen? Warum wird während der 90 Minuten vom Ordnungsdienst nicht eingegriffen? Warum werden die Transparente nicht entfernt? Warum ledert Dortmund-Chef Hans-Joachim Watzke in der Woche vor dem Spiel verbal gegen RB Leipzig? Warum baut sich BVB-Trainer Thomas Tuchel provozierend vor der Leipziger Bank auf? Ausgerechnet Tuchel, der gern zu den Großen in der Trainergilde gehören will. Warum, warum, warum? Borussia Dortmund hat eine Reihe von Fragen zu beantworten und zumindest Teile der Fan-Ausschreitungen zu verantworten. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes nimmt die Ermittlungen auf und sollte mit Gastgeber Borussia Dortmund nicht zimperlich umgehen.

Das Projekt RB Leipzig ist legitim. Es hat Akzeptanz verdient. RB-Auswärtsspiele dürfen nicht in ein Spießrutenlaufen für die Gäste ausarten. Borussia Dortmund hat das Verhalten seiner Fans während des Spiels geduldet. Ein grob unsportliches Verhalten eines Vereins, der sich schnell ungerecht behandelt fühlt, wenn die Bayern verbale Angriffe auf den Weg bringen. Diesmal aber hat der BVB gemeinsame Sache mit seinen Fans gemacht. Das gehört sich nicht, das ist widerwärtig und hat auf einem Fußballplatz nichts zu suchen. Das war ein schwarzer Tag für die Bundesliga.

Ein Tor, drei Punkte: Es war Fußball zum Abgewöhnen. Von beiden Mannschaften. Aber der HSV wollte mehr als die Balletttruppe von Bayer Leverkusen. Der HSV wollte gewinnen. Mit Einsatz und nicht mit harmlosen Querpässen. Trainer Markus Gisdol handelte richtig, indem er erstens den Brasilianer Douglas Santos auf der Bank ließ und zweitens voll auf Kyriakos Papadopoulos setzte. Nicht nur, weil dem Griechen der entscheidende Treffer gelang. Der von Bayer Leverkusen an RB Leipzig ausgeliehene und von dort in der Winterpause noch einmal per Leihgeschäft nach Hamburg transferierte Profi hält nicht viel von Schönspielerei. „Papa“, wie der griechische Nationalverteidiger genannt wird, pflegt die harte Nummer, geht zur Sache und ist dankbar, dass die gegnerischen Stürmer Schienbeinschoner tragen. Spieler dieser Art sind im Abstiegskampf eine Trumpfkarte. Endlich ein personeller Akt beim HSV, der Sinn macht.

Und sonst? Der FC Bayern bleibt weiter von seiner Top-Form weit entfernt. Als hätte Ancelotti seinem Star-Ensemble die Pep-Spielweise strengstens untersagt. Reichen wird es trotzdem zur Meisterschaft. Wohl aber nicht in der Champions-League. So jedenfalls nicht. Die deutsche Meisterschaft ist Pflicht, der Titel in der Champions League aber das eigentliche Ziel.

Hängende Köpfe gestern bei Werder Bremen: Chancen über Chancen, die Partie in Augsburg hätte klar gewonnen werden müssen. Stattdessen gibt es eine Last-Minute-Niederlage. Werder schlägt sich selbst. Angst an der Weser.

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erstellt am 06.Feb.2017 | 07:05 Uhr

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