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22. Oktober 2017 | 22:11 Uhr

Genervt nach Gelsenkirchen

vom

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Hamburg | Eigentlich, so Thorsten Fink, wollte er gar nicht über all die Querelen, Scharmützel und Turbulenzen rund um den Fußball-Bundesligisten Hamburger SV sprechen. Dann tat er es aber doch und verriet, warum der Club aus seiner Sicht nicht zur Ruhe kommt. "Hier im Verein gibt es mindestens einen Dummen, der ständig etwas Negatives sucht und findet - und dann sagt er es den Journalisten", erklärte der gereizte HSV-Trainer und fügte schnell hinzu: "Aber das darf uns nicht beschäftigen." Das darf es vielleicht nicht - aber natürlich beschäftigt der medienwirksame Trubel den Coach und seine Profis zwangsläufig. Und deshalb reisen die Hanseaten auch spürbar genervt zu ihrem Bundesliga-Auftaktspiel beim FC Schalke 04 (Sonntag, 17.30 Uhr).

Die Indiskretionen aus dem Aufsichtsrat, der da raus resultierende Zoff zwischen den Kontrolleuren und dem Vorstand, die schlechte Finanzlage, die teils desaströsen Testspielleistungen und -resultate sowie aktuell die Posse um den aussortierten Verteidiger Paul Scharner - der HSV hat auf dem Weg nach Gelsenkirchen jede Menge hausgemachten Ärger im Gepäck. "Wir hatten eine Vorbereitung mit Höhen und Tiefen", lautete Finks Urteil. Und mit Blick auf die Schalke-Partie meinte der 45-Jährige: "Ich hoffe, wir sind gut vorbereitet. Etwas anderes kann ich ja auch nicht sagen." Große Zuversicht klingt dann wohl doch etwas anders.

Zu allem Überfluss droht nun auch noch Hamburgs torgefährlichster Spieler auszufallen. Angreifer Artjoms Rudnevs, in der abgelaufenen Saison zwölf Mal erfolgreich, fehlte gestern aufgrund einer Grippe beim Training. Fink hat allerdings noch Hoffnung auf einen Einsatz des Letten: "Es ist nicht aussichtslos." Sollte Rudnevs jedoch auch heute nicht trainieren können, nimmt Jacques Zoua seinen Platz in der Startelf ein.

Definitiv nicht im Kader steht naturgemäß der aussortierte Österreicher Scharner, der sich weiter gegen seine Zwangsversetzung in die U23 wehrt. Während Fink bei dem Thema genervt abwinkte ("Ich will mich nicht von Negativem beeinflussen lassen"), äußerte sich Sportchef Oliver Kreuzer zu dem spektakulären Fall. "Da ist von Erpressung, Menschenhandel und Krieg die Rede. Davon möchte ich mich ganz klar distanzieren", sagte Kreuzer.

Der Club kämpft also auf vielen Ebenen um Problembewältigung, nur einer gibt sich derweil locker und unbeeindruckt: Rafael van der Vaart. "Das Schalke-Spiel ist wichtig, um gleich zu zeigen, wo wir hinwollen - nach Europa", sagte der HSV-Star kämpferisch. Die Attacke von TV-Experte Stefan Effenberg, der dem Niederländer die Eignung als Kapitän absprach, ließ er an sich abprallen. "Kritik gehört dazu, das ist normal", sagte van der Vaart und lachte. Und unter der Woche gab er einen weiteren Einblick in sein Privatleben und ließ via Twitter wissen, dass er gerade "eine tolle Zeit" mit seiner Lebensgefährtin Sabia Boulahrouz und deren Töchtern verbringe. Glückwunsch dazu.

Ob sich van der Vaarts eher unbekümmerte Herangehensweise auch als leistungsfördernd in schwierigen Zeiten entpuppt, wird dann morgen ab 17.30 Uhr in der brodelnden Schalker Arena zu besichtigen sein.

Die voraussichtliche HSV-Aufstellung: Adler - Diekmeier, Sobiech, Westermann, Jansen - Badelj, Arslan - Beister, van der Vaart, Jiracek - Rudnevs (Zoua)

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