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Fussball-Kolumne : Fußball und Terror: Bleibt die Angst im Stadion?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Fußball will sich vom Terror nicht einschüchtern lassen. Doch die Angst ist nicht ganz auszublenden, glaubt Jürgen Muhl.

shz.de von
erstellt am 16.Nov.2015 | 08:21 Uhr

Der Terror sucht den Sport: Nach dem Anschlag auf israelische Athleten bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München hat es in Europa keinen Terrorakt in einer größeren Sportstätte mehr gegeben. Es gibt Hinweise, dass die barbarischen Täter von Paris auch das Stade de France angreifen wollten. Ein Stadion als Schauplatz eines Terrorangriffs. Diese Angst wird Fußballfans – und auch die Aktiven auf dem Rasen – in der nächsten Zeit begleiten.

Sport im allgemeinen, verbunden mit fröhlichen Zuschauern auf den Tribünen, das passt nicht in die abnorme Lebensphilosophie des Islamischen Staats. Welch eine verdammte Weltanschauung. Die Entscheidung des Deutschen Fußball-Bunds, an der Ausrichtung des Länderspiels morgen in Hannover gegen die Niederlande festzuhalten, soll ein Zeichen sein. Eben jenes Zeichen, dass der Fußball sich nicht vom Terror einschüchtern lasse. So hat es der DFB verkündet. Das ist mutig, lebensbejahend. Ob es ein richtiges Signal ist, weiß man immer erst später.

Gleichzeitig steht fest, dass die Sicherheitsvorkehrungen in den Bundesliga-Stadien an Intensität zunehmen werden. Gelingt es doch Chaoten immer wieder, Feuerwerkskörper in die Arenen zu schmuggeln. Nicht auszudenken, wenn sich eines Tages Terroristen unter die Fans mischen und Waffen einschleusen. Die Frage, ob die Europameisterschaft im kommenden Sommer in Frankreich richtig aufgehoben ist, dürfte so schnell nicht zu beantworten sein. Es geht um mehr als nur um Fußball.

Weitere Themen des Wochenendes:

Der DFB-Skandal: Nach wie vor ist man – das versichern jedenfalls die Funktionäre – auf der Suche nach den ominösen 6,7 Millionen Euro, mit deren Hilfe die WM 2006 an Land gezogen worden sein soll. Es ist abenteuerlich, dass Monate vergehen, ohne Spuren zu finden. Und jetzt heißt es, es könne bis Januar 2016 dauern, bis die Wahrheit ans Licht komme. Oder etwa doch schon früher? Angeblich hat sich Franz Beckenbauer bereit erklärt, Rede und Antwort zu stehen. Dem Vernehmen nach könnte es zu der Befragung des „Kaisers“ in dieser Woche kommen.

Auch wollen sich die DFB-Gremien am Freitag auf einen Nachfolgekandidaten für den zurückgetretenen Präsidenten Wolfgang Niersbach einigen. Reinhard Grindel, DFB-Schatzmeister und CDU-Bundestagsabgeordneter, bringt sich in Stellung. Der frühere Journalist – was Niersbach ja auch einmal war – soll großen Rückhalt bei den Amateurvertretern haben. Was andere doch sehr verwundert.

Raus: Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit ist Drittligist Holstein Kiel am Sonnabend beim Viertligisten VfB Lübeck im Halbfinale aus dem Landespokal geflogen. Die Störche sind also weiter im Sturzflug. Erstmals seit vielen Jahren verpasst Holstein somit den Einzug in die lukrative 1. DFB-Pokal-Runde. Es sieht jetzt ganz nach einem Finale zwischen dem VfB und Regionalliga-Spitzenreiter ETSV Weiche Flensburg aus.

 

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