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21. August 2017 | 06:51 Uhr

Flensburger wollen einen Titel

vom

SG-Handballer starten mit vier Neuzugängen, einem Etat von sechs Millionen Euro und großer Zuversicht in die Saison

flensburg | Die Neuen nahmen kein Blatt vor den Mund. Der erste Satz in deutscher Sprache, den der Serbe Drasko Nenadic öffentlich kundtat, lautete: "Wir werden Deutscher Meister." Hampus Wanne, 19 Jahre alter Schwede, nannte als Ziel für seine erste Saison bei der SG Flensburg-Handewitt ebenfalls keck den Titel in der stärksten Handballliga der Welt. Beifall im Publikum der Saisonpressekonferenz, Schmunzeln bei den erfahrenen, durch etliche Bundesliga-Schlachten gegangenen Kollegen.

"Sie haben keine Ahnung, wovon sie reden. Sie kommen in eine ganz andere Welt", meinte Michael Knudsen breit grinsend. Aber dem mit acht SG-Jahren dienstältesten Akteur im 19-köpfigen Kader des Vizemeisters und Pokalfinalisten gefällt das Selbstbewusstsein der Jünglinge: "Besser, als wenn sie sagen, sie wollen Dritter werden."

Überhaupt formulierte die SG ihre Ambitionen gestern deutlich offensiver als in den vergangenen Jahren. "Wir arbeiten daran, einen Titel nach Flensburg zu holen. Der Anspruch bleibt, in allen vier Wettbewerben eine gute Rolle zu spielen", sagte Geschäftsführer Dierk Schmäschke. Auch der stets vorsichtige Trainer Ljubomir Vranjes wagte eine Kampfansage: "Wenn wir von Verletzungen verschont bleiben, ist alles drin."

Die Flensburger arbeiten mit einem geplanten Etat von sechs Millionen Euro weit unter den wirtschaftlichen Möglichkeiten der Konkurrenz in Kiel und Hamburg. Daher sind unter den vier Neuzugängen auch keine fertigen Weltstars zu finden. Alle jedoch zählt Vranjes zu den europäischen Toptalenten auf ihren Positionen. Der in Kürze 21 Jahre alte Schwede Jim Gottfridsson soll hinter Thomas Mogensen als Spielmacher aufgebaut werden. Hampus Wanne gilt als befähigt, einmal ein ähnlich großer Linksaußen zu werden wie Lars Christiansen und Anders Eggert. Der 2,02 Meter große Drasko Nenadic (23) wurde geholt, um kurzfristig den Langzeitverletzten Lars Kaufmann im linken Rückraum zu ersetzen. Am weitesten fortgeschritten auf dem Weg zu internationalem Format sieht der Coach den 20 Jahre Serben Bogdan Radivojevic. "Ein Spieler mit explosiver Sprungkraft und großem Wurfrepertoire", urteilt Vranjes über den Rechtsaußen.

Der Optimismus der Flensburger gründet sich aber vor allem auf ein routiniertes Kollektiv, das im Kern nahezu unverändert geblieben ist. "Wir haben ein eingespieltes Team, das jetzt zwei Jahre sehr kontinuierlich gearbeitet hat - das spricht für uns", sagte Vranjes mit Blick auf die Rivalen Kiel und Hamburg, die zwar groß eingekauft haben, aber einen Umbruch bewältigen müssen.

In Flensburg haben zwei erfolgreiche Jahre die Vorfreude auf die neue Saison angeheizt. Bis gestern waren 4408 Dauerkarten verkauft, deutlich mehr als im Vorjahr zum gleichen Zeitpunkt. Erstmals erleben können die SG-Fans ihr Team am Freitag (19 Uhr, Flens-Arena) bei der traditionellen Saisoneröffnung mit dem Spiel um den Jacob Cement Cup gegen den dänischen Erstligisten Bjerringbro-Silkeborg.

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erstellt am 14.Aug.2013 | 03:09 Uhr

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