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22. Oktober 2017 | 07:04 Uhr

Fink kündigt das große Ausmisten an

vom

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Hamburg | Wie gut, dass Thorsten Fink in diesen Frühlingstagen schon eine gesunde Bräune entwickelt hat. So sah der Trainer des Hamburger SV nach dem wohl entscheidenden Rückschlag im Kampf um die Europa League immer noch blendend aus - dabei hätte sein Gesicht aufgrund der Unzulänglichkeiten seines Personals eigentlich aschfahl sein müssen. "Wir sind noch nicht reif für die Europa League", sagte Fink nach dem ernüchternden 1:1 (1:0) gegen den VfL Wolfsburg am 32. Spieltag der Fußball-Bundesliga und musste deutlichere Kommentare zur Darbietung seiner Mannschaft unterdrücken.

Es brodelte in dem Ehrgeizling. Seine Hände hatte Fink in den Taschen seiner schicken blauen Hose zu Fäusten geballt, und es fehlte nicht viel, und er hätte wohl seine Backenzähne zermalmt. Zwar wollte sich der 45-Jährige im Rennen um Europa trotz drei Punkten Rückstands und der deutlich schlechteren Tordifferenz gegenüber dem Sechstplatzierten SC Freiburg "noch nicht geschlagen geben", kündigte in seiner Enttäuschung aber schon an, im Sommer ordentlich ausmisten zu wollen. "Wir müssen konsequent sein, müssen einen Schnitt machen", sagte Fink, "wir brauchen Spieler, die mitziehen und Gras fressen für den Verein."

Ein klarer Arbeitsauftrag für Sportdirektor Frank Arnesen, nachdem der HSV gegen die "Wölfe" wieder einmal bewiesen hat, dass er in der Europa League nichts zu suchen hat. Eine Spielidee? Gepflegte Kombinationen? Fehlanzeige. Kampfkraft reicht in der Bundesliga selbst gegen deutlich kostengünstiger zusammengestellte Teams wie Eintracht Frankfurt oder den SC Freiburg nicht mehr. Doch bevor Arnesen auf Shoppingtour gehen kann, müssen die klammen Hanseaten erst einmal ihre teuren Restposten wie Gojko Kacar oder Marcus Berg loswerden.

Selbst ein Verkauf von Hoffnungsträger Heung-Min Son im Sommer ist angesichts eines drohenden Rekordverlusts im laufenden Geschäftsjahr von bis zu 20 Millionen Euro kein Tabu mehr - sondern Notwendigkeit. "Wenn er nicht verlängert, müssen wir ihn verkaufen", sagte Arnesen. Der Vertrag des 20-jährigen Südkoreaners läuft 2014 aus, zuletzt wurde der flinke Angreifer mit mehreren englischen Clubs sowie Champions-League-Finalist Borussia Dortmund in Verbindung gebracht.

Fink wünscht sich für den nächsten Anlauf nach Europa in der kommenden Saison einen großen, robusten Stürmer, der den Ball halten und geschickt verteilen kann. Im Gespräch sind Andreas Cornelius (FC Kopenhagen) und Amido Balde (Vitoria Guimaraes). Für die wacklige Innenverteidigung könnte Lorik Cana (Lazio Rom) ein Kandidat sein. Als Zugänge stehen bisher nur die Talente Hakan Calhanoglu (Karlsruhe) und Kerem Demirbay (Dortmund) fest.

Arnesen steht vor einer wichtigen Transferperiode. Der Däne, einst als Hoffnungsträger gekommen, ist nicht mehr unumstritten. Und wie nötig der HSV eine Blutauffrischung braucht, hat das Spiel gegen Wolfsburg einmal mehr deutlich gemacht.

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