Sportpolitik : Ex-WADA-Chef Pound sieht Sport am Beginn einer Krise

Doping und Korruption stellen nach Ansicht des ehemaligen Präsidenten der Welt-Anti-Dopingagentur (WADA), Richard Pound, ein existenzielles Problem für den Weltsport dar.

shz.de von
09. Juli 2013, 12:51 Uhr

«Meine Vermutung ist, dass der Sport bald in eine Art Krise geraten wird. Ich denke, wenn die Sponsoren aussteigen, ist es vorbei», sagte der Kanadier in einem Interview der ARD-Internetseite sportschau.de. «Wenn das passiert, kann sich das zu einem Tsunami für den Sport ausweiten.»

Der 71-Jährige hatte zuletzt eine Arbeitsgruppe der WADA geleitet, die sich kritisch mit dem weltweiten Anti-Doping-Kampf auseinandergesetzt hat. «Niemand will die Doper finden», erklärte er. «Die Leute haben die falsche Vorstellung, dass sie ihren Sport beschützen, wenn sie verstecken, was los ist, anstatt deutlich zu machen, was vor sich geht und zu sagen: Das ist falsch.»

Pound, Mitglied des Internationalen Olympische Komitees, kritisierte auch den Stand der Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. So sei etwa der Bau des Golfkurses viel zu spät begonnen worden. «Es gibt viele Hinweise darauf, dass sie es nicht richtig machen. Bei vielen olympischen Sportarten haben sie keine Ahnung, was die Athleten brauchen», sagte Pound.

Bericht sportschau.de

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