Bundesliga-Kolumne : Eier-Likör, Vertrags-Poker, Fehl-Entscheidung

Die Position von Markus Gisdol ist nach der Niederlage gegen Augsburg geschwächt.
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Die Position von Markus Gisdol ist nach der Niederlage gegen Augsburg geschwächt.

Für HSV-Trainer Markus Gisdol steht in Köln ein Entscheidungsspiel an. Jann-Fiete Arp könnte es weg aus Hamburg ziehen.

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15. Januar 2018, 07:48 Uhr

Langweiliger Start in die Bundesliga-Rückrunde: Die Bayern lassen sich auch in Leverkusen nicht von dem Vorhaben abbringen, ihren erneuten Titelgewinn bereits zu Ostern mit Eierlikör zu feiern. Die Flaschen können kaltgestellt werden. Mut- und ideenlos präsentierte sich der HSV in Augsburg – und das bei schwach agierenden Gastgebern. Aber der HSV war eben noch schlechter. Grottenschlecht, wie es so schön heißt. Um so aufzutreten, muss zuvor nicht eine Woche lang unter spanischer Sonne geübt werden. Da hätte auch der heimische Volkspark gereicht. Oder irgendein Sportplatz an der Nordsee.

Der um seine Existenz kämpfende HSV befindet sich immer noch im Verwöhnmodus. Für die Herren Profis wird alles getan, nur kommen diese nicht auf die Idee, etwas zurückzugeben. Trainer Gisdol flüchtet sich in Durchhalteparolen. Der Mannschaft habe in Augsburg nur ein Tor gefehlt, stammelte der Schwabe. Bitte? Wie soll das funktionieren, wenn keine echte Torchance herausgespielt wird? Sollte der HSV am Sonnabend auch gegen Köln nicht gewinnen, ist der Trainer nicht mehr zu halten.

Der Punkt gegen Hoffenheim bringt Bremen nicht so recht voran. Im Gegensatz zum HSV stimmt aber an der Weser das spielerische Element, Werders Fußball ist ansehnlich. Wie auch die Vorstellungen von Hannover 96, der Erfolg gegen Mainz bringt den „Roten“ genügend Abstand zur Abstiegszone.

Neuer Vorstoß

Seit Monaten versucht der HSV, Sturmtalent Jann-Fiete Arp zum Bleiben zu bewegen. In den kommenden Tagen beginnen die konkreten Verhandlungen. Leicht werden die Gespräche nicht, längst hat die Fußballwelt das Talent des in Wahlstedt aufgewachsenen Jungprofis erkannt. Liverpool, Tottenham, Leipzig, die Bayern und auch Dortmund haben ihre Fühler in Richtung Hamburg ausgestreckt.

Die Zukunft von Jann-Fiete Arp beim HSV ist noch ungewiss.
Foto: Patrick Seeger
Die Zukunft von Jann-Fiete Arp beim HSV ist noch ungewiss.
 

Familie Arp sagt, der HSV sei eine Herzenssache. Damit kann aber auch schnell Schluss sein – etwa im Abstiegsfall. Zudem braucht der Angreifer gute Nebenleute, um bedient zu werden. Die sind derzeit beim HSV nicht unter Vertrag und werden es in der kommenden Saison wohl auch nicht sein. Hamburg gehört nicht mehr zu den ersten Adressen – nicht einmal im deutschen Fußball.

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