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Sportpolitik : DSV-Chef Hörmann geht schweren Herzens

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Alfons Hörmann sitzt noch gar nicht auf dem Chefsessel des Deutschen Olympischen Sportbundes, da wird er schon mit einem umfangreichen Aufgabenkatalog konfrontiert.

Über Mangel an Arbeit kann sich der designierte DOSB-Präsident im Vorfeld seiner als ausgemacht geltenden Wahl am 7. Dezember jedenfalls nicht beklagen. Auf der einen Seite muss Hörmann bereits Position zu dringlichen Problemen der deutschen Sportfamilie beziehen und andererseits seine Nachfolge im Deutschen Skiverband (DSV) regeln. Fest steht bisher lediglich, dass Peter Schlickenrieder den 53 Jahre alten Allgäuer nicht beerben wird.

«Wir haben mit ihm im Präsidium darüber gesprochen. Er steht momentan nicht zur Verfügung, weil er als Fernsehexperte und Markenpartner in zahlreichen Engagements so gebunden ist, dass dies für ihn nicht passen würde. Das ist seine ganz nüchterne Selbsterkenntnis. Er weiß, dass er in dieser Konstellation ganz schnell in Gewissenskonflikte kommen würde», sagte Hörmann am Mittwoch bei der Saison-Einkleidung der DSV-Athleten in Eching.

Sollte Hörmann am 7. Dezember in Wiesbaden wie erwartet zum neuen DOSB-Chef gewählt werden, soll ein neuer DSV-Boss bis zum Jahresende installiert werden. «Eine Doppelfunktion von mir wird es nur für wenige Tage geben», stellte Hörmann klar.

Das DSV-Präsidium habe sich darauf geeinigt, «dass wir keine Interimslösung wählen, sondern am Tag des Auftaktspringens der Vierschanzentournee am 29. Dezember in Oberstdorf einen Verbandstag abhalten und dort die Nachfolge regeln. Beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen wäre dann schon das Team am Start, das die Zukunft des Verbandes gestalten soll», erklärte Hörmann.

Der DSV-Chef betonte, dass ihm die Entscheidung für die DOSB-Kandidatur nicht leicht gefallen sei. «Das war die schwerste Entscheidung in meinem beruflichen und ehrenamtlichen Leben. Gerade wenn es gut läuft, tut man sich schwer, zu gehen. Ich bin mir der Herausforderungen bewusst, die auf mich zukommen könnten», erklärte Hörmann.

«Die Leistungssportförderung ist ganz wichtig. Da gibt es einen großen Aufgabenzettel. Wir müssen die Strukturen erhalten, die Finanzierung der Trainer absichern und gute Trainingsbedingungen für die Athleten gewährleisten», umriss DOSB-Generaldirektor Michael Vesper den Anforderungskatalog. Hinzu kommen brisante Themen wie die Diskussion um ein Anti-Doping-Gesetz, die Hörmann «auf jeden Fall vorantreiben» will. Und nicht zuletzt soll Hörmann die Olympischen Winterspiele 2022 nach München holen.

«Ich gehe da nicht blauäugig heran. Wenn ich nicht zu der Überzeugung gekommen wäre, Dinge weiterentwickeln zu können, dürfte ich es nicht tun», versicherte Hörmann. Die Erwartungen an ihn sind jedenfalls sehr groß. «Er wird sicher neue Konzepte erarbeiten. Die sind für den Spitzensport dringend notwendig», erklärte DOSB-Interimspräsident Hans-Peter Krämer. «Er muss neue Signale setzen.» Dazu ist Hörmann gewillt.

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erstellt am 30.Okt.2013 | 12:38 Uhr

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