Dopingopfer-Hilfeverein appelliert an Bundeskanzlerin

 Ines Geipel appellierte an die Bundeskanzlerin, dem deutschen Sport aus seiner «tiefen Doping-Krise» zu helfen. Foto: Steffen Trumpf
Ines Geipel appellierte an die Bundeskanzlerin, dem deutschen Sport aus seiner «tiefen Doping-Krise» zu helfen. Foto: Steffen Trumpf

Berlin (dpa) - Der Dopingopfer-Hilfeverein (DOH) hat an Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert, dem deutschen Sport aus seiner «tiefen Doping-Krise» zu helfen. In einem Offenen Brief war die Rede von einem «Drama der sterbenden Athleten in diesem Land».

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30. Mai 2013, 01:44 Uhr

Berlin (dpa) - Der Dopingopfer-Hilfeverein (DOH) hat an Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert, dem deutschen Sport aus seiner «tiefen Doping-Krise» zu helfen. In einem Offenen Brief war die Rede von einem «Drama der sterbenden Athleten in diesem Land».

Der organisierte Sport sei überfordert und nehme das Problem der «tödlichen Schadensbilanz inzwischen noch nicht einmal mehr zur Kenntnis».

In dem Schreiben an die Kanzlerin erinnert die DOH-Vorsitzende Ines Geipel daran, dass der Doping-Tod der Siebenkämpferin Birgit Dressel 1987 noch ein Schock für die gesamte bundesdeutsche Gesellschaft gewesen sei. Jetzt aber würden «Doping-Opfer leise sterben und still beerdigt».

Allein im Mai waren drei in organisiertes Doping eingebundene Spitzensportlerinnen früh gestorben, darunter die Ex-Weltrekordlerin Helga Arendt mit 49 Jahren an Brustkrebs und eine 52-jährige ehemalige Eisschnellläuferin von Dynamo Berlin an einem Hirntumor. Prominentestes Opfer davor war 2010 die frühere DDR-Hürdenmeisterin Birgit Uibel, die mit 48 Jahren einem Krebsleiden erlag.

«Ein Wegmoderieren der ausgemachten Dopingkrise sowie der Kollateralschäden im Effizienzkartell Sport» sei, so Geipel, nicht mehr hinnehmbar.

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