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19. Oktober 2017 | 00:22 Uhr

Doping: Kritik an Bach nimmt zu

vom

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2013 | 04:59 Uhr

Berlin | Thomas Bach spürt Gegenwind. Nach Veröffentlichung der Doping-Studie stoßen seine Aussagen zum Thema Doping während seiner Zeit als Weltklasse-Fechter auf Unverständnis. Vor allem die Wissenschaft geht auf Distanz zu dem Mannschafts-Olympiasieger von 1976, der sich in vier Wochen in Buenos Aires als IOC-Präsident zur Wahl stellen wird. "Dass Thomas Bach zur Hoch-Zeit des Dopings in den 70-er Jahren als Spitzensportler davon nichts mitbekommen haben soll, ist für mich nur schwer vorstellbar. Das gehörte damals ja fast schon für Laien zur Allgemeinbildung", sagte der Nürnberger Doping-Experte Fritz Sörgel. Ähnlich hatte sich die frühere Spitzenathletin und Olympia-Teilnehmerin Heidi Schüller geäußert: "Zum Thema Doping muss er (Bach, d. Red.) mehr gewusst haben, als er zugibt. Damals wurde überall darüber gesprochen, da kann er ja nicht immer nur weggehört haben."

Bach untermauerte derweil gestern erneut seine Position. "In meiner aktiven Zeit als Fechter und damit auch bei unserem Olympiasieg 1976 in Montreal war Doping für uns kein Thema", sagte der IOC-Vize in einem vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) auf seiner Homepage (dosb.de) veröffentlichten Interview. Rückendeckung bekommt Bach von Jürgen Schröder, von 1968 bis 1974 persönlicher Referent des damaligen NOK-Präsidenten Willi Daume. Letzterer habe "stets alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel im Kampf gegen Doping eingesetzt. Das Gleiche gilt für Thomas Bach", sagte der ehemalige Ruderer Schröder, der 1964 in Tokio mit dem Deutschland-Achter Olympia-Silber gewann.

Thomas Bach ringt um seine Reputation, eine Glaubwürdigkeitskrise im eigenen Land kann er sich überhaupt nicht erlauben. Am 10. September will er in Buenos Aires zum neuen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gewählt werden.

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