Olympia : Die Bewerber um die Olympischen Winterspiele 2022

Oslo war bereits 1952 Gastgeber der Olympischen Winterspiele.
Oslo war bereits 1952 Gastgeber der Olympischen Winterspiele.

Nach dem negativen Bürgerentscheid zu einer Münchner Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2022 verbleiben fünf Kandidaten.

shz.de von
11. November 2013, 11:17 Uhr

Oslo, Peking, Krakau, Almaty und Lwiw wollen das Winterspektakel ausrichten. Möglicherweise kommt auch noch Stockholm hinzu. Ein Überblick über die Bewerber, die auf der IOC-Vollversammlung am 31. Juli 2015 in Kuala Lumpur den Zuschlag erhalten wollen.

OSLO:Die norwegische Hauptstadt war bereits 1952 Gastgeber der Olympischen Winterspiele. In den Planungen des Bewerbungskomitees spielt auch Lillehammer, wo die überaus erfolgreichen Winterspiele 1994 ausgetragen wurden, eine große Rolle. Dort sollen die alpinen Ski-Wettbewerbe stattfinden. Ansonsten sind die Siegerehrungen und zahlreiche Wettkämpfe in und um Oslo vorgesehen. Grünes Licht gab es für die Olympia-Pläne durch ein Referendum am 9. September dieses Jahres. 53,6 Prozent der Befragten votierten für eine Kandidatur.

KRAKAU:Mit Krakau als Gastgeberstadt nehmen Polen und die Slowakei einen weiteren Anlauf auf den erstmaligen Zuschlag für Winterspiele. In Krakau würden Eröffnungs- und Schlussfeier sowie die Eisschnelllauf-Wettkämpfe ausgetragen werden. Die Veranstaltungen im Ski nordisch und Snowboard würden in der 90 Kilometer entfernten Bergregion von Zakopane stattfinden. Zakopane hatte sich 2006 vergeblich um Spiele beworben. Die alpinen Wettbewerbe sind im Skigebiet Jasna in der Slowakei geplant. Das Land war 2002 und 2006 mit Poprad-Tatry im Bewerbungsverfahren gescheitert.

PEKING: 14 Jahre nach den Sommerspielen von Peking will Chinas Hauptstadt erstmals die Winterspiele holen. Peking bewirbt sich zusammen mit dem 200 Kilometer entfernten Zhangjiakou als Co-Gastgeber. Alle Eiswettbewerbe sind in Peking geplant, die Ski-Wettkämpfe sollen in den Bergen rund um Zhangjiakou stattfinden. Ein zentraler Punkt in der Bewerbung ist eine Hochgeschwindigkeitsbahn, die die Reisezeit zwischen beiden Städten auf 40 Minuten verkürzen soll. China hatte sich zuvor vergeblich mit Harbin um die Austragung der Winterspiele 2010 beworben. Erschwerend dürfte für Peking hinzukommen, dass 2018 in Pyeongchang/Südkorea und 2020 in Tokio zwei asiatische Städte als Olympia-Gastgeber fungieren.

LWIW: Nach der Austragung der Fußball-EM 2012 als Co-Gastgeber geht die Ukraine mit Lwiw auch erstmals ins Rennen um die Olympischen Winterspiele. Die im Westen des Landes gelegene Stadt nahe der polnischen Grenze war bei der EM Spielort von drei Vorrundenbegegnungen, darunter die Spiele der deutschen Elf gegen Portugal und Dänemark. In Lwiw sind die Eis-Wettbewerbe vorgesehen, die Ski-Events sollen in den Karpaten ausgetragen werden.

ALMATY: Bereits im August dieses Jahres hat Almaty als erster Bewerber das Rennen um die Winterspiele 2022 aufgenommen. Bei der Kandidatur für 1994 und 2014 war die frühere Hauptstadt des autoritär regierten Kasachstan in Zentralasien jeweils in der Vorauswahl gescheitert. Die Millionenstadt am Ausläufer des Tian-Shan-Gebirges verweist auf die 2011 gemeinsam mit der neuen Hauptstadt Astana ausgerichteten Asienspiele. Allerdings wären bei einem Zuschlag große Investitionen nötig. Unter anderem wären der Bau einer Bob- und Rodelbahn, eines Eisstadions und des Olympischen Dorfes fällig.

STOCKHOLM: Als letzter Bewerber hat auch Stockholm seine Kandidatur abgegeben. Zusammen mit dem Ski-Gebiet Are will die schwedische Hauptstadt die Spiele austragen. Bis zur Entscheidung im Jahr 2015 muss aber noch Überzeugungsarbeit geleistet werden. Die Begeisterung innerhalb der schwedischen Regierung scheint sich nach den vielen gescheiterten Bewerbungen in der Vergangenheit in Grenzen zu halten. Stockholm, Gastgeber der Sommerspiele 1912, hatte vergeblich für Olympia 2004 kandidiert. Außerdem scheiterten Göteborg (1984), Falun (1988 und 1992) sowie Östersund (1998 und 2002) mit Bewerbungen für die Winterspiele

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