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Bundesliga-Kolumne : Didi-Welle, Black-Outs, End-Spiele

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Was gibt's Neues aus der Bundesliga? Eine Kolumne von Jürgen Muhl.

shz.de von
erstellt am 19.Dez.2016 | 07:15 Uhr

Bettel-Kundgebungen: Auch das gibt es nur beim HSV: Eine miserable sportliche Bilanz, eine verfehlte Personalpolitik, hohe Schulden, das Überleben hängt an einem Geldgeber, der im Hintergrund das Sagen hat – und trotzdem soll alles so weitergehen wie bisher. Das posaunt ein Großteil von offenbar unwissenden Fans in die Welt, das geben überbezahlte Profis zum Besten, und auch der Trainer will „Didi“ weiter an seiner Seite sehen. Hat doch Dietmar Beiersdorfer Markus Gisdol nach Hamburg geholt, hat doch eben dieser „Didi“ den Spielern dermaßen gut dotierte Verträge angedient, als würden sie bei den Bayern oder in Dortmund kicken. Das kommt gut an in der Profiwelt. Und die Fans nehmen vier Spiele ohne Niederlage zum Anlass, für „Didi“ zu skandieren.

Bis die Niederlage in Mainz folgte. Noch vor dem Anpfiff hatte Gisdol große Töne gespuckt. Man habe sich einiges ausgedacht, um Mainz zu überraschen, verkündete der Trainer. Nun, daraus wurde nichts, die kleine Serie des HSV ist ausgerechnet in Mainz, das zuvor fünf Spiele sieglos geblieben war, zu Ende gegangen. Die Hanseaten befinden sich wieder auf einem direkten Abstiegsplatz.

Ein Beispiel für Beiersdorfers unglückliche Einkaufspolitik: Der Brasilianer Douglas Santos brachte Mainz mit einem amateurhaften Aussetzer wieder ins Spiel. Er verursachte den Ausgleichstreffer zum 1:1. Danach war es vorbei mit der Hamburger Herrlichkeit. Gisdol-Vorgänger Bruno Labbadia wollte Santos nicht. Was Beiersdorfer nicht interessierte. Landsmann Cleber wurde inzwischen für gut zwei Millionen Euro nach Brasilien zurücktransferiert. Ein bisschen Schmerzensgeld für den HSV.

Fehlentscheidungen: Dortmund-Boss „Aki“ Watzke war stinksauer. Zu Recht. Zwei Mal hatte Jungschiedsrichter Benjamin Brand den BVB benachteiligt. Dem 2:1-Führungstreffer für Hoffenheim ging ein klares Foul von Sandro Wagner voraus, der dies auch später eingestand. Zudem war die Gelb-Rote Karte gegen Marco Reus ein Irrtum. Das Foul beging sein Gegenspieler. Über eine Halbzeit lang musste Borussia in Unterzahl bestehen.

Einen Tag später verwehrte der Unparteiische Felix Brych Eintracht Frankfurt in Wolfsburg einen klaren Foulelfmeter. Wie auch der 1. FC Köln in Bremen in der vorletzten Spielminute einen Strafstoß hätte zugesprochen bekommen müssen. Vier spielentscheidende Fehleinschätzungen an einem Wochenende. Was ohne Folgen bleiben wird für die Herren in schwarz.

Brisanter Spieltag: Kurz vor Weihnachten geht es noch einmal nicht nur um Punkte, sondern auch um Köpfe. Heiße „Endspiele“: In der Partie zwischen Gladbach und Wolfsburg am Dienstag steht die Zukunft der beiden Trainer Andre Schubert und Valerien Ismael auf dem Spiel. Sollte der HSV gegen Schalke nicht gewinnen, dürfte auch Gisdol seinen Kurz-Bonus verloren haben. Nach dem Abpfiff will sich der HSV zudem zu „Didi“ äußern. Bleibt er, geht er – oder was auch immer. Bei diesem verwirrten Club, dessen neuer Chef Heribert Bruchhagen noch per Fernbedienung agiert, ist alles möglich.

Und in München kommt es zum Duell zwischen den Bayern und RB Leipzig. Ein Kracher zum Jahresabschluss.

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