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Rudern : Deutschland-Achter nimmt Revanche für WM-Niederlage

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Zwei Wochen nach der schmerzlichen Niederlage bei der Weltmeisterschaft ist dem Deutschland-Achter eine kleine Revanche geglückt. Das Team um Schlagmann Eric Johannesen (Hamburg) gewann zum zehnten Mal den Kanal-Cup.

shz.de von
erstellt am 15.Sep.2013 | 15:59 Uhr

Nach 12,7 Kilometern auf dem Nord-Ostsee-Kanal von Breiholz nach Rendsburg ließ das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) der Konkurrenz um Weltmeister Großbritannien mit einem Start-Ziel-Sieg keine Chance. Der Deutschland-Achter fuhr bei windigen Bedingungen nach 36:34,31 Minuten als erstes Boot über die imaginäre Ziellinie unter der Rendsburger Eisenbahnhochbrücke. Platz zwei belegte beim härtesten Ruderrennen der Welt der WM-Dritte USA vor den Briten und Europameister Polen.

Nur 2005, 2006 und 2010 musste sich der Deutschland-Achter auf der künstlichen Wasserstraße geschlagen geben. Den Streckenrekord aus 2011 (35:43,36 Minuten) konnten die Gastgeber allerdings nicht brechen. «Es war doch ziemlich schnell klar, wir haben uns gut absetzen können», sagte Ralf Holtmeyer in der ARD. Der Bundestrainer war auf dem Fahrrad Zeuge der beeindruckenden Demonstration seines Paradebootes. Trotz zwei Neuen im Boot harmonierte das Team von Beginn an prächtig und ließ der Konkurrenz keine Chance. «Die anderen scheinen ein bisschen Respekt vor der Strecke gehabt zu haben», meinte Holtmeyer.

Für Johannesen war der gute Start der Schlüssel zum Sieg: «Die Mannschaft, die sich vor die anderen setzt, hat einen großen Vorteil. Schließlich müssten die Verfolger um einen herum fahren». Nach der Hälfte der Strecke hatte der Olympiasieger schon zwei Längen Vorsprung auf die Amerikaner herausgefahren. «Zum Glück hatten wir Schiebewind. Aber es ist echt die Hölle», meinte Kristof Wilke. Lokalmatador Lauritz Schoof fügte sich als Neuling gut ein. «Das ist das nervenaufreibendste und längste Rennen, das ich kenne. Zwischendurch dachte ich, dass ich die Löffel abgeben muss», meinte der erschöpfte Vizeweltmeister im Doppelvierer aus Schleswig-Holstein.

Nach etwa vier Kilometern spürte er die ersten Krämpfe in den Armen: «Es war ein tolles Erlebnis, aber jeden Tag würde ich das nicht machen wollen.» Von seinen Kollegen hatte er schon im Vorfeld gehört, dass die Herausforderung «extrem hart, aber extrem cool» ist. Bereits am Samstag siegte der Deutschland-Achter beim Alster-Cup in Hamburg. Im Finallauf des Sprint-Rennens über 270 Meter setzten sich die Deutschen gegen den Achter aus den USA durch. Im Halbfinale gewann der DRV-Achter gegen Großbritannien. «Einmal Sprint, einmal Marathon, es war ein Wochenende der Extreme», sagte Johannesen.

Als echte Wiedergutmachung wollte er den Sieg über die Briten allerdings nicht geltenlassen. «Die richtige Revanche kommt erst im nächsten Jahr bei der Weltmeisterschaft. Das ist die Veranstaltung, die wirklich zählt». Nun hat die Besatzung des Deutschland-Achters erstmal vier Wochen Urlaub, bevor die Vorbereitung auf 2014 beginnt.

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