zur Navigation springen
Sportticker

12. Dezember 2017 | 15:31 Uhr

Deutsches Stab-Trio bereit für Medaillen

vom

shz.de von
erstellt am 12.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Moskau | Für Raphael Holzdeppe ist die Sache ganz einfach. "Wenn andere hoch springen, möchte ich noch höher springen. Ich will hier mindestens Bronze", sagte der Olympia-Dritte vor dem Stabhochsprung-Finale der Leichtathletik-WM in Moskau. Genau wie Björn Otto und auch Malte Mohr gehört er heute ab 17 Uhr deutscher Zeit zu den Medaillenkandidaten - und den wenigen ernsthaften Bedrohungen für ihren Dauerrivalen Renaud Lavillenie. Der Olympiasieger aus Frankreich sprang sogar am Sonnabend in der Qualifikation am höchsten (5,65 Meter) - auch wenn Holzdeppe selbst das entspannt kommentierte: "Unschlagbar ist hier keiner."

Das deutsche Trio hatte ebenfalls keine große Mühe mit den üblichen Tücken einer solchen Ausscheidung. Alle drei mussten nur ihre Einstiegshöhe von 5,55 Metern überspringen, was Otto und Holzdeppe erst im zweiten und Mohr bereits mit dem ersten Versuch gelang. "Meine Sprünge sahen nicht gut aus. Der erste war scheiße, der zweite war Glück", meinte der deutsche Meister Otto etwas zerknirscht. "Aber das heißt gar nichts. Man muss so eine internationale Meisterschaft Step by Step aufbauen."

Die Qualifikation zu überstehen, ist nicht selbstverständlich. Diesmal erwischte es unter anderem den Junioren-Weltmeister (Thiago Braz da Silva/Brasilien) und den WM-Zweiten von 2011 (Lazaro Borges/Kuba). Denn die Qualifikation bedeutet meistens: Schon um sechs Uhr morgens aufstehen für möglicherweise nur einen einzigen Sprung. Und dann auch noch stundenlang warten, weil sich gleich 40 Athleten um zwölf oder 13 Finalplätze streiten. "In der Qualifikation sind schon die größten Namen gescheitert. Mit 40 Leuten - das war heute schon ganz schön viel", meinte Otto. Am besten kam mit diesen Umständen überraschend Mohr zurecht. Der 27-Jährige war als Dritter der Hallen-EM und Podestspringer bei den Diamond-League-Meetings in Doha und Rom zunächst erfolgreich in das WM-Jahr gestartet, ehe ihn einige Rückenprobleme zurückwarfen. Von allen drei deutschen Springern reiste Mohr mit der geringsten Wettkampfpraxis in Moskau an. "Ich fühle mich sehr gut. Ich bin gesund und bin in Form", meinte der deutsche Meister der Jahre 2010 bis 2012. "Ich denke, dass ich hier bei der WM an die Leistungen der ersten Saisonhälfte anknüpfen kann. Was dann dabei herauskommt, hängt auch von den anderen ab."

Vor allem natürlich von Lavillenie, dem großen Favoriten. Denn bei den Europameisterschaften in Helsinki, den Olympischen Spielen in London und auch bei der Hallen-EM in Göteborg hieß das Ergebnis zuletzt jeweils: 1. Lavillenie, 2. Otto, 3. Holzdeppe oder Mohr. "Ich habe schon eine nette Medaillensammlung, aber die würde ich gerne komplettieren", sagte der Franzose. Denn noch fehlt ihm in seiner Karriere ein großer Erfolg: der bei einer Freiluft-WM.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen