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Deutscher Fußball-Bund wehrt sich gegen Dopingvorwürfe

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erstellt am 07.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Frankfurt | Der Deutsche Fußball-Bund hat auf Vorwürfe gegen den Verband in der Studie über Doping in Westdeutschland reagiert und Anschuldigungen gegen Spieler aus der Vize-Weltmeistermannschaft von 1966 von sich gewiesen. "Der renommierte Jura-Professor Martin Nolte von der Sportuni Köln hat sich in einer Studie intensiv mit dem Thema befasst und kommt zu dem klaren Ergebnis, dass bei der WM 1966 kein Dopingvergehen vorlag", sagte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker.

In der vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft am Montag veröffentlichten Studie steht, dass bis 1960 im deutschen Sport Amphetamine "systematisch zum Einsatz gekommen" sind. Auch die Elite des deutschen Fußballs habe die Aufputschmittel genommen. Die Studie erwähnt auch einen Brief des Fifa-Funktionärs Prof. Mihailo Andrejevic an den Präsidenten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, Dr. Max Danz, aus dem Jahr 1966, der sich mit den Dopingkontrollen des Weltfußballverbandes bei der WM 1966 in England auseinandersetzte. "Dieses Schreiben belegt, dass drei deutschen Fußballern am Ende des Turniers feine Spuren Ephedrin nachgewiesen wurden", heißt es wortwörtlich in der Studie. Schon damals sei Ephedrin, ein gängiges Mittel gegen Schnupfen, ganz klar ein verbotenes Dopingmittel gewesen. Dieser Brief sei dem DFB bis zur Veröffentlichung in den Medien Ende 2011 gänzlich unbekannt gewesen, sagte DFB-Vize-Präsident Rainer Koch gestern.

Laut Studie spricht auch einiges dafür, dass in der Fußball-Bundesliga gedopt wurde. Dies folgern die Wissenschaftler aus einer einzigen Aussage. "Auch der Vorwurf des Sportmediziners Dirk Clasing aus dem Jahre 1970, wonach es keine Fußball-Elf gebe, die nicht in irgendeiner Form gedopt ins Spiel gehe, deutet auf einen verbreiteten Amphetamin-Konsum in der 1963 gegründeten Fußball-Bundesliga hin." Beweise für diese Behauptung werden nicht geliefert.

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