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16. Dezember 2017 | 16:28 Uhr

Der Untergang an der Weser

vom

shz.de von
erstellt am 16.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Wehe dem, der Werder ans Fell wollte. Einige Bremer Journalisten wissen ein Lied davon zu singen. Wer sich in den vergangenen 20 Jahren mit Vorstand, Aufsichtsrat oder Trainer des Bremer Fußball-Bundesligisten anlegte, stand kurz vor einem Hausverbot. Es war eine der großen Stärken des SV Werder, unliebsamen Querulanten die Leviten zu lesen. Thomas Schaaf reagierte auf kritische Fragen ebenso empfindlich wie einst Otto Rehhagel. Der Erfolg gab beiden Recht. Werder Bremen war vielen deutschen Fußballfans ans Herz gewachsen. Wer auf Werder setzte, war glänzend beraten. Dieser Verein dokumentierte etwas Besonderes. Selbst auf europäischer Ebene. Werder präsentierte sich als eine außergewöhnliche und sympathische Fußballmacht.

All dies ist in der Weser versunken. Als der Erfolg immer mehr ausblieb und Finanzprobleme die Werder-Familie auseinander dividierten, stritt man nicht mehr nur hinter verschlossenen Türen. Werder war nicht mehr Werder. Klaus Allofs und Schaaf versagten auf dem Transfermarkt. Allofs ging mitten in der Saison, Schaaf wollte durchhalten. Jetzt darf er nicht einmal mehr am letzten Spieltag auf der Bank sitzen. Von einem Abschied in beidseitigem Einvernehmen, wie der Club Glauben machen will, kann keine Rede sein. Die alte Führungsriege um Aufsichtsratschef Willi Lemke und Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer, die graue Eminenz des Clubs, hat die Ära Schaaf über Nacht beendet. Was nicht zu Werder passt. Was nicht der jahrzehntelangen Philosophie von Vorstand und Aufsichtsrat entspricht.

Werder Bremen steht vor einem schwierigen Neuanfang. Wenn es überhaupt dazu kommen wird.

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