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23. Oktober 2017 | 08:48 Uhr

Der Pokal ist wieder "dahoam"

vom

Münchner Champions League-Sieger nach langer Partynacht wohlbehalten in der Heimat gelandet / Lahm: "Jetzt wollen wir das Triple"

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 03:59 Uhr

London | Um Viertel nach eins forderte Karl-Heinz Rummenigge die von ihrem Trauma befreiten Fußball-Könige Europas auf, endgültig alle Hemmungen fallenzulassen. "Feuer frei! Trinkt viel, macht die Nacht zum Tage", rief der Vorstandschef von Bayern München dem neuen Champions-League-Sieger und über 1800 Bankettgästen im "Grosvenor House" am Londoner Hyde Park zu - und der "FC Feiern" ließ die Puppen tanzen. Matchwinner Arjen Robben hüpfte mit dem Henkelpott, Bastian Schweinsteiger lockerte Erfolgstrainer Jupp Heynckes die Krawatte, und mitten in all diesem Trubel strahlte Uli Hoeneß, als hätte es den Steuerskandal nie gegeben. "Endlich, endlich", sei der Pokal wieder "dahoam", sagte Hoeneß ergriffen. Nach drei Jahren Leid, nach der Niederlage im Finale 2010 und dem "Drama dahoam" 2012 entlud sich beim Rekordmeister nach dem 2:1 (0:0) gegen Borussia Dortmund all die Wut - und hier und da flossen sogar Tränen der Freude. Bei Siegtorschütze Robben nach dem Schlusspfiff, beim sonst eher unterkühlt wirkenden Rummenigge bei der Bankettrede.

Nach der heißen Partynacht war die Rückkehr auf dem Münchner Flughafen gestern kühl - im strömendem Regen ist der FC Bayern am späten Nachmittag in München gelandet. Um 17.30 Uhr setzte der Airbus A380, auf den in Höhe des Cockpits ein großer Bayern-Schal aufgemalt war, auf. Empfangen wurde die Mannschaft auf einem abgesperrten Teil des Rollfeldes bei zusätzlich starkem Wind lediglich von Medienvertretern und einigen Flughafen-Mitarbeitern, die zum Teil in Bayern-Kluft erschienen waren. Auf einen "großen Bahnhof" und eine Feier mit ihren Fans hatten die Bayern bewusst verzichtet. Die soll nach dem Pokalfinale gegen Stuttgart am kommenden Sonnabend folgen.

Mit dem "Henkelpott in der Hand" stiegen Trainer Jupp Heynckes und Philipp Lahm als erste die bereitgestellte Treppe herunter. Die Spieler trugen blaue T-Shirts mit dem Aufdruck: "Mian san Champions." Nach dem Aussteigen drängten die Spieler bei nur sechs Grad Celsius in den Mannschaftsbus. "Das Wetter ist scheiße", stellte der nie um einen Spruch verlegene Thomas Müller mit einem Grinsen fest. "Für das Wetter kann ja keiner was", ergänzte Lahm. Die Münchner haben nun heute frei, danach beginnt schon die Vorbereitung auf das DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart. "Klar, wir wollen das Triple gewinnen", sagte Lahm.

Die Rückkehr von Bayerns Endspielgegner Borussia Dortmund war immer noch geprägt von der Enttäuschung über die Niederlage. "Es ist nicht so, dass die Nacht alle Wunden geheilt hätte", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp nach der Landung. "Das war das beste Spiel, was irgendeiner gegen Bayern seit ewigen Zeiten gezeigt hat."

Knapp 15 000 Dortmunder Anhänger wollten ihre Mannschaft im Signal-Iduna-Park sehen. Das Team von Klopp hat sich den treuen Fans präsentiert - wenn auch nur für kurze Zeit. "Hier zu sein, das gehört sich einfach so", sagte BVB-Fan Jörg Lischek im Stadion. Er sei stolz, dass die Mannschaft so weit gekommen sei. Fan-Kollegin Ulrike Höfer empfindet das 1:2 überhaupt nicht als Niederlage. "Für mich als Fan können die gar nicht verlieren", sagte sie.

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