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Tischtennis : Der dritte Mann: Franziska profitiert vom Boll-Ausfall

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Patrick Franziska hat den Ausfall des erkrankten Ausnahmespielers Timo Boll konsequent genutzt. Bei der Tischtennis-EM in Schwechat bei Wien überrascht der dritte Mann in der deutschen Mannschaft mit konstant guten Leistungen.

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2013 | 12:25 Uhr

«Ich freue mich, dass ich spielen darf. Und wenn man spielen darf und gewinnt, ist es noch schöner», erklärte der 21 Jahre alte Youngster. «Es läuft wie geschmiert».

Das konnte der Bundesligaspieler von TTC Fulda-Maberzell in der Vergangenheit nicht immer von sich behaupten. Der Schüler-Europameister von 2007 gilt seit vielen Jahren als Top-Talent, der ganz große Durchbruch ist ihm aber noch nicht gelungen. Mehrere Verletzungen und vor allem Wachstumsschmerzen zwangen den hochgewachsenen Schlaks immer wieder zu längeren Pausen und in physiotherapeutische Behandlung.

Inzwischen ist das schnelle Wachsen abgeschlossen und Franziska kann schmerzfrei spielen. Auf dem Weg ins EM-Finale gegen Griechenland setzte ihn Bundestrainer Jörg Roßkopf dreimal auf Position drei ein. Mit drei Siegen rechtfertigte der Rechtshänder das Vertrauen des Coaches. «Für mich war das keine riskante Entscheidung. Ich weiß, was Patrick kann und wie gut er gegen Abwehrer spielt», sagte Roßkopf.

Mit Timo Boll verbindet Franziska nicht nur die hessische Herkunft. Beide bevorzugen das konsequente Angriffsspiel. «Ich kenne Timo schon sehr lange. Ich habe auch im gleichen Verein angefangen wie er. Wir trainieren auch oft zusammen, wenn ich zu Hause bin. Von ihm kann man auf jeden Fall sehr viel lernen», erklärte der gebürtige Bensheimer.

Er begann seine Karriere wie Boll beim TSV Höchst. Inzwischen ist er auf Position 43 der Weltrangliste geklettert. Das EM-Turnier in Schwechat betrachtet er wie seine Teamkollegen als eine besondere Aufgabe. «Für mich ist es eine zusätzliche Herausforderung, auch ohne die Nummer eins klarkommen zu müssen», sagte Franziska.

Ihm ist klar: Wenn der Rekord-Europameister zurückkommt, wird es schwer, die Nummer drei zu bleiben. Die beiden Top-Ten-Spieler Boll und Dimitrij Ovtcharov gelten als gesetzt. Dahinter gibt es in Patrick Baum (Düsseldorf), den derzeit durch Grippe geschwächten Bastian Steger (Saarbrücken), Comeback-Kandidat Christian Süß (Düsseldorf), Ruwen Filus (Hanau) und Franziska mindestens fünf Bewerber für die wichtige Position.

In den Untergrund wird sich der dritte Mann aber nicht abschieben lassen. Ihm gehört die Zukunft, und Franziska genießt auch die Aufmerksamkeit, die er bei seiner vierten EM-Teilnahme erstmals erfährt: «Es ist schon eine besondere Atmosphäre, wenn man an einem der vier Haupttische spielt. Da gucken dann die ganzen Leute drauf. Das ist ein schönes Gefühl, da zu spielen.»

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