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Handball-Bundesliga : Dem Abgrund ganz nah: HSV-Handballer vor der Pleite

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Champions-League-Sieger von 2013 steht kurz vor der Insolvenz. Der Ligaverband befürchtet einen Imageschaden.

shz.de von
erstellt am 11.Dez.2015 | 07:52 Uhr

Kapitän Pascal Hens wies verzweifelt auf den sportlichen Höhenflug hin, Geschäftsführer Christian Fitzek appellierte an die Treue der Fans – die Angst vor dem finanziellen Kollaps war trotz des 36:29-Erfolgs des Handball-Bundesligisten HSV Hamburg gegen die Füchse Berlin allgegenwärtig. Auch Mehrheitsgesellschafter Michael Rudolph bedankte sich für eine „Heldenleistung“ – mit Blick auf seinen Bruder Andreas? Ohne eine erneute Finanzhilfe des Mäzens gehen die Lichter aus, der Champions-League-Sieger von 2013 steht kurz vor der Insolvenz.

Umso erstaunlicher, mit welch großem Engagement die Gastgeber vor 6013 Zuschauern die Berliner niederrangen. „Wir haben ein tolles Handballspiel gesehen. Mehr sollt ihr nicht schreiben“, appellierte Hens an die Journalisten – ohne Erfolg. Denn selbst der Serie von vier Siegen hintereinander droht ein abruptes Ende, schließlich steht der HSV ab sofort ohne Trainer da – Michael Biegler bereitet vertragsgemäß als polnischer Nationalcoach das Team auf die Heim-EM im Januar vor. Und so wurde schon bei der Vorbereitung auf die Füchse ohne Biegler getestet: Spielmacher Alexander Feld skizzierte die Matchtaktik, in den restlichen drei Spielen bis zum Jahresende sollen sich auch Hens und Matthias Flohr beim Coaching einbringen.

Was 2016 beim deutschen Meister von 2011 passiert, ist offen. Der Verein ist mit zwei Monatsgehältern im Rückstand, beim Betreiber der Arena haben sich Mietschulden angehäuft. Was auch den Ligaverband nicht kalt lässt. Man befürchtet einen Imageschaden, der auf alle 18 Clubs abstrahlt. „Da werden nicht nur die Interessen des HSV berührt“, sagte Liga-Boss Frank Bohmann.

Auf welch wackeligen Beinen die Zukunft des HSV offenbar steht, zeigte die Antwort von Geschäftsführer Fitzek auf die Frage, ob das Team am 20. Dezember zum nächsten Spiel gegen Magdeburg in der heimischen Arena antreten werde: „Gute Frage, nächste Frage.“

 

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