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De Zordos Verletzung überschattet deutsche Siege

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erstellt am 25.Mai.2013 | 07:55 Uhr

Halle/Saale (dpa) - Die schwere Verletzung von Speerwurf-Weltmeister Matthias de Zordo hat bei den Werfertagen in Halle einen ansonsten sehr erfolgreichen deutschen Nachmittag überschattet.

Der 25-Jährige erlitt während des Anlaufs zu seinem fünften Versuch einen Achillessehnenriss im rechten Fuß und wird seinen Titel bei der Leichtathletik-WM in Moskau nicht verteidigen können. De Zordo wurde umgehend in die Magdeburger Uniklinik gefahren, wo er bereits am Sonntag operiert werden soll. Sein Trainer Ralf Wollbrück rechnet mit einer Zwangspause von mindestens einem halben Jahr.

«Das ist eine ganz blöde Sache, richtig bedauerlich», meinte Wollbrück. «Es gab vorher keine Probleme bei diesem Wettkampf. Was genau der Auslöser war, ist schwer zu sagen.» De Zordo selbst wollte zunächst nichts zu seinem Unglück sagen. Er brach unmittelbar, nachdem ihn der Arzt untersucht hatte, in Tränen aus. Für den Neu-Magdeburger ist diese schwere Verletzung besonders bitter, da er gerade erst seine Ellbogen-Probleme am linken Wurfarm auskuriert hatte. Die hatten ihn das gesamte vergangene Jahr über stark gehandicapt und auch dafür gesorgt, dass er bei den Olympischen Spielen in London bereits in der Qualifikation scheiterte.

Während die Werfertage für de Zordo bereits das Ende dieser Saison bedeuteten, zeigten einige andere deutsche Athleten bei ihrem Lieblingsmeeting, warum sie im August bei den Weltmeisterschaften zu den großen Favoriten zählen werden. Kugelstoß-Weltmeister David Storl etwa reichte nur ein gültiger Versuch über 20,97 Meter aus, um seinen Wettkampf zu gewinnen und die WM-Norm für Moskau gleich bei seinem persönlichen Saisonauftakt zu erfüllen.

«Ich habe heute nicht den richtigen Dreh gefunden. Aber die Quali für die WM habe ich jetzt schon. Ich bin auf einem guten Weg nach Moskau», sagte der 22-Jährige, der nach seinem gelungenen ersten Versuch fünfmal nacheinander übertrat. Allerdings war Storl auch durch eine Kapselverletzung im rechten Zeigefinger gehandicapt.

Auch Hammerwerferin Betty Heidler gewann in Halle souverän. Am Ort ihres Weltrekords von 2011 (79,42) siegte die 29-Jährige mit 74,92 Metern vor der Ungarin Eva Orban (73,44) und ihrer Frankfurter Vereinskollegin Kathrin Klaas (71,20). «Sieg ist Sieg. Ich hatte aber gedacht, dass es ein bisschen weiter gehen würde», sagte Heidler. Das erledigte dann der Usbeke Dilschod Nasarow bei den Männern, als er mit 80,71 Metern eine Weltjahresbestleistung aufstellte und damit für den Höhepunkt aus internationaler Sicht sorgte. Zweiter wurde der Leverkusener Markus Esser (77,86).

Beim Duell der deutschen Kugelstoß-Europameisterinnen setzte sich Christina Schwanitz klar gegen Nadine Kleinert durch. Die Siegerin der Hallen-EM gewann mit 19,84 Metern vor der bereits 37 Jahre alten Freiluft-Europameisterin, die mit 18,76 Metern immerhin die WM-Norm erfüllte. «Die WM-Norm ist bestätigt, die Form ist gut - ich bin mit dem Wettkampf zufrieden», meinte Schwanitz.

Beim hochklassigen Speerwurf der Frauen zog die Olympia-Dritte Linda Stahl mit 65,76 Metern im letzten Versuch noch an ihrer Nationalmannschafts-Kollegin Katharina Molitor (63,55) vorbei. Auch die beiden hakten damit die für Moskau geforderte Weite ab.

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