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22. Oktober 2017 | 23:51 Uhr

Das Ende einer Ära

vom

Fußball-Bundesligist Werder Bremen und Trainer Schaaf trennen sich nach 14 Jahren / Emotionaler Abschied von der Mannschaft

shz.de von
erstellt am 16.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Bremen | Schluss, aus und vorbei: Die einzigartige Ära von Thomas Schaaf als Cheftrainer des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen ist nach 14 Jahren mit einem Paukenschlag beendet worden. Nach Clubangaben verlief das Ende der Zusammenarbeit nach einer turbulenten Saison einvernehmlich. "Ich hatte hier eine außergewöhnliche Zeit, verbunden mit vielen positiven Erlebnissen und großen Erfolgen. Ich möchte mich bei allen, die mich begleitet und unterstützt haben, bedanken. Ich wünsche Werder eine erfolgreiche Zukunft", lauteten die Abschiedsworte von Schaaf, der wettbewerbsübergreifend 644 Mal auf der Bremer Bank saß. Auf der Vereinshomepage verabschiedete sich Schaaf per Video mit bewegenden Worten von den Fans, die vor allem in den letzten drei Spielen ein "wunderschönes Gesicht" gezeigt hätten, das sie auch in Zukunft bewahren sollen.

Der 52-Jährige, seit 1972 im Verein, wird auf eigenen Wunsch beim letzten Saisonspiel in Nürnberg nicht mehr auf der Bank sitzen. Die Betreuung des Teams übernehmen vorerst Schaafs bisherige Assistenten Wolfgang Rolff und Matthias Hönerbach. Den Klassenerhalt hatten die Hanseaten am vergangenen Wochenende perfekt gemacht.

"Das war ein sehr emotionaler Abschied", sagte Werder-Kapitän Clemens Fritz und fügte an: "Es war ein Paukenschlag und kam ein wenig überraschend für uns. Obwohl seit Wochen über das Thema diskutiert wurde, geht es unter die Haut, wenn es dann so weit ist."

Schaaf, dessen Karriere als Chefcoach an der Weser 5119 Tage dauerte und damit nur unwesentlich kürzer als die des legendären Otto Rehhagel (5202) war, hat sich gestern Morgen von den Spielern und dem Trainerteam verabschiedet und seinen Arbeitsplatz verlassen. Als Nachfolger werden Mehmet Scholl (Bayern München II) und Holger Stanislawski (1. FC Köln), die beide aber bereits abgesagt haben sollen, Stefan Effenberg, Bernd Schuster, Norbert Meier (Fortuna Düsseldorf), Ralph Hasenhüttl (VfR Aalen) und sogar Felix Magath gehandelt.

Werders Sportchef Thomas Eichin hielt sich in der Trainerfrage bedeckt, sagte aber: "Es wird ein Trainer von außen kommen - einer, der hier nicht jeden Stein kennt." Man wolle sich bei der Suche zwar Zeit nehmen, der neue Coach solle aber in die Planungen für die neue Spielzeit einbezogen werden.

Das Ende der Ära Schaaf hatte sich in den vergangenen Wochen bereits abgezeichnet. "Wir haben unsere sportliche Entwicklung analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir einen Neuanfang wagen wollen", erklärte Eichin. Mit Schaaf habe die Clubführung am Montag und Dienstag in guter Atmosphäre gesprochen und anschließend dem Wunsch des Trainers entsprochen, der am Sonnabend nicht mehr auf der Bank sitzen wollte. "Das war kein Rücktritt, aber auch kein Tribunal, sondern eine gemeinsame Entscheidung", betonte Eichin, der ankündigte, eine "harmonische und vernünftige" Vertragsauflösung herbeiführen zu wollen.

Mit Schaaf verlässt der dienstälteste Bundesliga-Cheftrainer seinen Posten. Der gebürtige Mannheimer hatte das Amt am 9. Mai 1999 übernommen und Werder unter anderem zum Doublegewinn 2004 geführt.

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