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24. August 2017 | 00:13 Uhr

"Das aktuelle Sportstudio" wird 50

vom

Hamburg | Spötter könnten sagen, es passt gut zum angestaubten Image des ZDF, dass der öffentlich-rechtliche Sender ausgerechnet einen 78-jährigen Rentner für eines seiner Premiumpodukte werben lässt. Denn das soll Dieter Kürten (Foto) bei einem Pressetermin in Hamburg tun: Werbung machen für "Das aktuelle Sportstudio", jene legendäre Fernsehsendung, die dieser Tage ihren 50. Geburtstag feiert - und die Kürten so oft wie kein anderer, nämlich 375 Mal, moderiert hat. Aber schnell wird klar, dass die Spötter einpacken können: Denn das ZDF hätte keinen besseren Werbeträger finden können als Kürten. Er strotzt vor Energie und parliert ebenso charmant wie witzig über jene Sendung, die er in 33 Jahren als Moderator (1967-2000) geprägt hat wie nur wenige vor und niemand nach ihm. In der "Sportstudio"-Ausgabe zum 50-jährigen Jubiläum, die morgen (22 Uhr) ausgestrahlt wird, ist Kürten eine Gastrolle zugedacht.

Rückblick: Am 24. August 1963 ging "Das aktuelle Sportstudio" erstmals auf Sendung - pünktlich zum Start der Fußball-Bundesliga. Jeder Sportfan kennt die Markenzeichen des ZDF-Klassikers: die Uhr, die Erkennungsmelodie, die Torwand. Und jeder Sportfan kennt mindestens einen jener legendären Momente, die sich im "Sportstudio" abgespielt haben. 1969 etwa schrieb der als "Prinz von Homburg" bekannte Boxer Norbert Grupe Geschichte, als er im "Interview" auf sämtliche Fragen beharrlich schwieg. Ebenso unvergessen ist die Sendung aus dem Jahr 1971, in der ein Affe der Ehefrau von Schwimm-Olympiasieger und Tarzan-Darsteller Johnny Weissmüller die Perücke vom Kopf klaute. Zum Klassiker wurde auch der Schlagabtausch zwischen Uli Hoeneß und Christoph Daum (1989).

"Ich habe damals in den Anfängen die schönste Zeit des Fernsehens miterlebt", erinnert sich Kürten. "Es ging sehr unbekümmert zu. Wir hatten mangels Konkurrenz ein freies Feld, das wir bearbeiten konnten." Inzwischen haben sich die Zeiten geändert. Die Einschaltquote, früher bis zu acht Millionen, hat sich bei knapp mehr als zwei Millionen eingependelt. Der Beginn wurde auf 23 Uhr nach hinten verschoben, die Sendezeit ist auf 74 Minuten festgeschrieben. Und live wird nur noch selten gesendet, zumeist beginnt die Aufzeichnung des "Sportstudios" bereits um 22.15 Uhr.

ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz betont zwar, "dass das Sportstudio noch immer eine Oase ist, weil wir uns 15 Minuten mit einem Studiogast beschäftigen können". Gleichwohl räumt er ein, dass es schwieriger werde, spannende Studiogäste aus der Bundesliga zu finden: "Viele Fußballer sind glattgebügelt. Eine Runde wie die mit Daum und Hoeneß - darauf würde sich keiner mehr einlassen." Wohl nicht mal dann, wenn "Mister Sportstudio" Kürten aus dem Ruhestand zurückkehren und moderieren würde.

Ach ja, Kürtens Erben, die derzeitigen "Sportstudio"-Moderatoren Michael Steinbrecher, Katrin Müller-Hohenstein und Sven Voss waren auch da, um Werbung zu machen. Spötter könnten sagen, dass das Trio gegen den Altmeister ganz schön blass ausgesehen hat.

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erstellt am 09.Aug.2013 | 04:59 Uhr

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