zur Navigation springen
Sportticker

21. Oktober 2017 | 14:40 Uhr

Das 100 000-Euro-Spiel

vom

Neumünster und Kropp fiebern dem Finale im Landespokal entgegen / Sieger darf am DFB-Pokal teilnehmen

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Neumünster | Die Trophäe ist 65 Zentimeter hoch, glänzt silbern und hat schicke Verzierungen. Aber wenn sich am Donnerstag (18 Uhr) der VfR Neumünster und der TSV Kropp im Pokalendspiel des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) gegenüberstehen, geht es vordergründig gar nicht so sehr um den Siegerpokal oder den damit verbundenen Titel. Sicher, die Trophäe macht sich gut in der Vitrine und der Cupsieg gut im Briefkopf. Worauf es Neumünster und Kropp jedoch verständlicherweise in erster Linie abgesehen haben, ist etwas, das erst aus dem Endspielerfolg resultiert - die Teilnahme an der 1. DFB-Pokal-Hauptrunde und die damit verbundene Garantieeinnahme. "Natürlich wollen wir das Geld haben", sagt Neumünsters Vereinschef Detlef Klusemann, "so eine Summe kann jeder Club gut gebrauchen."

Fest steht: Das schleswig-holsteinische Pokalfinale wird auch in diesem Jahr für die Beteiligten wieder zum 100 000-Euro-Spiel. Genau genommen sind dem Sieger durch die Teilnahme am DFB-Pokal sogar 108 000 Euro aus der Zentralvermarktung sicher. Die Summe setzt sich aus dem Fernsehgeld sowie der Banden- und Ärmelwerbung zusammen. Hinzu kommen die Zuschauereinnahmen aus der Erstrundenpartie, die - je nach Attraktivität des Gegners aus der 1. oder 2. Bundesliga - mindestens im fünfstelligen Euro-Bereich anzusiedeln sind.

Beträge, die für beide Clubs alles andere als Kleingeld darstellen. Zur Einordnung: Der Gesamtverein TSV Kropp verfügt über einen Jahresetat von knapp 200 000 Euro, beim VfR Neumünster sind es gut 400 000 (beide Summen geschätzt).

"Wir sind noch in der Kaderplanung", berichtet VfR-Chef Klusemann, "bei einem Sieg könnten wir uns vielleicht den einen oder anderen Neuzugang mehr leisten." Zudem betonte der Neumünsteraner Clubboss, dass im Falle des Pokaltriumphs auch die aktuellen Spieler in Form einer Prämie finanziell profitieren würden. In Kropp würde der Großteil der nicht eingeplanten Einnahme ebenfalls in die Mannschaft investiert werden. "Schwerpunktmäßig käme das Geld unserem Ligateam zu Gute", erklärt TSV-Chef Georg Kemle, "wir würden auch in das Umfeld der Mannschaft investieren, um etwa die Trainingsbedingungen oder die medizinische Betreuung zu verbessern." Zudem seien "auch im Stadion immer Arbeiten zu erledigen, die Geld kosten".

Sportlich geht der SH-Ligist aus Kropp, den angeblich 500 Fans begleiten werden, als Außenseiter in die Partie. Die Favoritenrolle liegt beim klassenhöheren Regionalligisten aus Neumünster, der im Stadion an der Geerdtsstraße zudem Heimrecht genießt. VfR-Boss Klusemann, der am Himmelfahrtstag mit mehr als 3000 Zuschauern rechnet, warnt dennoch: "Die Chancen stehen 50 zu 50. Die Kropper werden um ihr Leben rennen, wir müssen alles abrufen."

Laut Informationen unserer Zeitung winkt Kropp derweil unabhängig vom Pokalwettbewerb ein weiterer Geldsegen. Ein Fahrdorfer Geschäftsmann hat für den Fall, dass der TSV den Sprung in die Regionalliga schafft, eine 50 000-Euro-Spende angekündigt. Um die Prämie zu erhalten, müsste Kropp in der SH-Liga aber an Ei chede vorbeiziehen und sich anschließend in der Aufstiegsrunde behaupten. Das Finale im SHFV-Pokal der Frauen zwischen dem SV Henstedt-Ulzburg und TuRa Meldorf wird im Stadion an der Geerdtsstraße in Neumünster am Donnerstag um 14.30 Uhr angepfiffen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen