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Volleyball : Coach verordnet erfolgreichen Volleyballern Auszeit

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Nach dem scheinbar mühelosen Einzug der deutschen Volleyballer ins EM-Viertelfinale gönnte sich Bundestrainer Vital Heynen einen Spaziergang an der Ostsee.

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2013 | 12:56 Uhr

Der Belgier verordnete der gesamten Mannschaft eine Verschnaufpause in der polnischen Hafenstadt Gdingen an der Danziger Bucht. Auch einen Tag nach dem überraschenden Erreichen der Runde der besten acht Mannschaften bei dem Kontinentalturnier in Dänemark und Polen konnte der 44-Jährige seinen Stolz nicht verbergen. «Vor der EM hatten wir gehofft, nur irgendwie den Sonntag zu überleben», beschrieb der Mann aus Maaseik das schwierige Unterfangen in Gruppe D mit Olympiasieger Russland, dem Weltranglisten-Neunten Bulgarien und Tschechien.

Mit dem dritten Sieg im dritten Spiel erarbeitete sich die neu formierte Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) die dringend benötigte Erholungspause bis zum ersten K.o.-Duell am Mittwoch gegen Co-Gastgeber Polen oder erneut die unbequemen Bulgaren. «Unser Ziel war nicht Platz eins», beschrieb Heynen die Maßgabe vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen Tschechien am Sonntag, «sondern ein freier Tag mehr.»

Über mehr Ruhezeit war auch der bislang glänzende Libero Ferdinand Tille erfreut. «Den freien Tag mehr können wir gut gebrauchen», sagte der 24-Jährige. Bei einer glatten Niederlage gegen die Tschechen hätten die DVV-Männer schon am Dienstag wieder rangemusst.

Der Auftakt hat Kraft gekostet. Das wiederholt Heynen immer wieder. «Alle sind natürlich müde», erzählte er der Nachrichtenagentur dpa. «Die Spieler müssen jetzt den Kopf freibekommen, sie sollen so wenig wie möglich machen.» Eine kleine Einheit ist für Montagabend dennoch angesetzt. In der Ruhe liegt aber die Kraft, die die deutschen Schmetterkünstler vielleicht sogar zum dritten Mal seit der Vereinigung in die Vorschlussrunde bringen soll.

Nach der Dauerbeanspruchung vor nur spärlich gefüllten Rängen in Gdingen deutet sich für Heynen personelle Entlastung an. Kapitän Jochen Schöps, der die Gruppenphase wegen einer Bauchmuskelverletzung verpasste, ist voraussichtlich wieder eine Alternative für das Viertelfinale. «Jochen macht schnell Fortschritte. Es sieht bei ihm eigentlich ganz gut aus», sagte Heynen. «Wir werden aber erst am Mittwoch entscheiden. Wir werden kein Risiko eingehen.»

Seine Rückkehr wäre ein wichtiges moralisches Signal für das junge Team. «Er verleiht der Mannschaft mehr Überzeugung», beschrieb der belgische Coach die Bedeutung des Polen-Legionärs. Über einen Einsatz von Schöps dürfte sich auch der zweite Diagonalangreifer im deutschen Kader freuen: Georg Grozer. Wegen der Nachwehen einer Schulteroperation ist der 28-Jährige noch nicht bei 100 Prozent seines Leistungsvermögens. Obgleich er sich bislang stark präsentierte. Und das soll auch so weitergehen.

Heynen hatte nach dem Erreichen des EM-Viertelfinales noch gescherzt, er wisse gar nicht, wie er die Verlängerung der Dienstreise den Freundinnen und Frauen erklären solle. Mit dem Weiterkommen war nicht zwingend zu rechnen gewesen. Aber dem Belgier stellte sich am Tag nach dem ersten EM-Coup eine ganz pragmatische und ernst gemeinte Frage: Wo bekomme ich frische Wäsche her? «Ich hatte nur Kleidung bis Sonntag dabei», sagte Heynen schmunzelnd. Der Betreuerstab konnte jedoch helfen.

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