zur Navigation springen

Tischtennis : China-Erfahrung gefragt: TT-Damen peilen EM-Medaille an

vom

Sechs Jahre nach EM-Bronze 2007 wollen Deutschlands Tischtennis-Damen endlich wieder auf das Siegerpodest und etwas aus dem Schatten der Herren treten.

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2013 | 11:51 Uhr

Bundestrainerin Jie Schöpp hat nach mehreren missglückten Versuchen ihr Team für die Europameisterschaft in Schwechat erheblich verändert. Mit der deutschen Meisterin Shan Xiaona (Berlin) und der ebenfalls 30 Jahre alten Han Ying (Tarnobrzeg/Polen) soll im Viertelfinale am Samstag der Einzug in die Runde der besten Vier gelingen.

Die beiden gebürtigen Chinesinnen vergrößern das ohnehin schon beachtliche China-Kontingent beim Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB). 2009-Europameisterin Jiaduo Wu (Metz) und die diesmal nur im Einzel und Doppel gemeldete Zhenqi Barthel (Zagreb) zählen seit mehreren Jahren zum DTTB-Kader. Auch sie stammen wie ihre Trainerin Schöpp aus dem Reich der Mitte und haben dort, wo Tischtennis Volkssport ist, den Umgang mit dem Zelluloidball von der Pike auf gelernt.

Die eingebürgerten EM-Debütantinnen leben seit mehreren Jahren in Deutschland und sind laut Reglement der Europäischen Tischtennis Union (ETTU) in Schwechat startberechtigt. Bis auf osteuropäische Nationen wie Russland, Rumänien oder Ungarn haben viele Spitzenteams zumindest eine gebürtige Chinesin dabei. Der Weltverband ITTF, der diese Entwicklung seit Jahren mit Skepsis verfolgt, hat strengere Vorschriften. So durfte die nationale Meisterin Shan Xiaona im Mai nicht für den DTTB bei der WM in Paris aufschlagen.

Erst seit Juli ist Han Ying Mitglied des B-Kaders. Die routinierte Abwehrspielerin, die in der Bundesliga 2005 mit Busenbach deutscher Meister war, vergrößert die taktischen Möglichkeiten der DTTB-Damen. «Vorher habe ich auf Turnieren nur für mich gespielt. Jetzt kommt eine neue Erfahrung auf mich zu und eine ganz andere Verantwortung», erklärte die neue Nummer 32 der Weltrangliste. Damit ist Han Ying erstmals die deutsche Nummer eins, dicht gefolgt von Kristin Silbereisen (33.), Shan Xiaona (34.), Jiaduo Wu (37.) und Petrissa Solja (57.).

«Wir sind eine sehr ausgeglichene Mannschaft und nur schwer auszurechnen. Das zeichnet uns aus», stellte Schöpp fest. Sie konnte sich am Freitag in der Halle die drei möglichen Viertelfinalgegner Türkei, Österreich oder Niederlande bei ihren Qualifikationsspielen anschauen. Die letzte Einstimmung auf das Medaillenspiel am Samstag war aber keine chinesische Angelegenheit. «Na klar sprechen wir bei Mannschaftssitzungen deutsch», berichtete die Bundestrainerin. «Ich achte auch darauf, dass in lockerer Runde, etwa beim Essen, deutsch geredet wird, damit jeder alles mitkriegt», ergänzte sie.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen