Champions League ist noch möglich

Noch immer unverzichtbar: Der 35 Jahre alte Linkshänder Marcin Lijewski traf in Balingen sieben Mal für die Hamburger. Foto: getty
Noch immer unverzichtbar: Der 35 Jahre alte Linkshänder Marcin Lijewski traf in Balingen sieben Mal für die Hamburger. Foto: getty

HSV-Handballer wahren ihre Chance mit 35:31 in Balingen / Heute muss auch das Heimspiel gegen Berlin gewonnen werden

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21. Mai 2013, 03:59 Uhr

HAMBURG | Heute Abend geht es für die Handballer des HSV Hamburg um die europäische Königsklasse. Wenn die Hanseaten auch im kommenden Jahr wieder in der Champions League antreten wollen, ist ein Sieg über die Füchse Berlin (20.15 Uhr in der O2-World) die Voraussetzung. Aber selbst ein Erfolg gegen die Hauptstädter ebnet den Weg noch nicht endgültig. Ein Blick auf die Tabelle verdeutlicht: Mit zwei Punkten gegen Berlin (derzeit 47:15) kann der HSV (44:18) nur verkürzen.

Um am Ende den vierten Platz, der aller Voraussicht nach zur Teilnahme an einem Qualifikationsturnier zur Champions League berechtigt, muss Hamburg die letzten Spiele gegen Lemgo und Melsungen gewinnen und gleichzeitig auf einen Ausrutscher der Füchse gegen Gummersbach oder gegen die TSV Hannover-Burgdorf hoffen.

Die Generalprobe für die Europa-Entscheidung verlief am Sonnabend etwas holperig, schlussendlich aber erfolgreich. Bei der HBW Balingen-Weilstetten feierte die Mannschaft von Trainer Martin Schwalb einen 35:31 (18:15)-Sieg. Die "Gallier von der Alb" machten den Hamburgern das Leben aber bis in die Schlussminuten schwer. Von 27:31 (55.) verkürzte Balingen noch auf 31:33 (59.), ehe Hans Lindberg und Domagoj Duvnjak mit ihren Treffern endgültig den Deckel über der Partie schlossen.

Schwalb war nach dem Spiel froh: "Es war klar, dass es hier eng werden würde. Hier zu gewinnen, ist immer sehr schwierig." Balingens Trainer Rolf Brack hatte einmal mehr zu seiner Lieblingstaktik, im Angriff mit einem siebten Feldspieler für den Torwart zu agieren, gegriffen. Wie fast immer wechselten sich Licht und Schatten dieser Maßnahme ab. "Wir hatten es zunächst nicht leicht, gegen diese Variante zu verteidigen", so Schwalb. Allerdings kassierten die Gastgeber auch Zeitstrafen wegen Wechselfehler sowie den Treffer von HSV-Schlussmann Johannes Bitter zum 7:12 (20.). "Hier hoch zu gewinnen, ist sehr selten", sagte Bitter nach der Partie. Wichtig für den ehemaligen Nationalkeeper: "Wir sind im Kampf um Platz Vier noch dabei." Martin Schwalb ("Wir freuen uns auf die Füchse.") hat seine Mannschaft noch in Süddeutschland auf das Berlin-Spiel vorbereitet. Vor dem Rückflug von Stuttgart nach Hamburg gab es am Pfingstsonntag eine Trainingseinheit.

Das Erreichen der Champions League ist auch unter finanziellen Gesichtspunkten eminent wichtig. In der europäischen Königsklasse haben die Hanseaten in dieser Serie bereits Prämien in Höhe von 165 000 Euro kassiert. Beim Final Four, bei dem der HSV am 1. Juni im Halbfinale auf den THW Kiel trifft, kommen mindestens weitere 150 000 Euro hinzu. Für den Sieg in Köln gibt es sogar 350 000 Euro.HBW Balingen-Weilstetten: Katsigiannis, Putera - Herth (6/5), Strobel (6), Häfner (4), Billek (4), Schlinger (3), Liniger (2), Gutbrod (2), Ettwein (2), Foth (1), König (1), Wessing, Theuerkauf (n.e.).

HSV Hamburg: Bitter (1), Herrmann - Lindberg (7/4), Lijewski (7), Duvnjak (7), Lackovic (4), Petersen (3), Vori (3), Nilsson (2), Hens (1), Kraus, Jansen, Flohr, Schröder (n.e.), Terzic (n.e.).

Schiedsrichter: Moles/Pittner (Heddesheim/Karlsruhe). - Siebenmeter: 5:5. - Zeitstrafen: 7:3. - Zuschauer: 2320.

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