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11. Dezember 2017 | 20:55 Uhr

Bolt triumphiert im Regen von Moskau

vom

Jamaikaner degradiert die Kontrahenten im 100-Meter-Finale und sichert sich sein insgesamt sechstes WM-Gold

shz.de von
erstellt am 12.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Moskau | Usain Bolt hat seinen Weg zur Leichtathletik-Legende unaufhaltsam fortgesetzt. Im mit Spannung erwarteten 100-m-Finale von Moskau stürmte der schnellste Mann der Welt in 9,77 Sekunden zum WM-Titel und degradierte die Gegner im Luschniki-Stadion wieder einmal zu Statisten. Mit seinem insgesamt sechsten WM-Gold rehabilitierte sich Bolt zudem für das Fehlstart-Fiasko der Weltmeisterschaften in Daegu 2011. Wie so oft musste der Jamaikaner auf der nach einem Regenguss nassen Bahn nicht einmal sein gesamtes Potenzial ausschöpfen, um Athen-Olympiasieger Justin Gatlin aus den USA (9,85) und seinen jamaikanischen Landsmann Nesta Carter (9,95) auf die Plätze zwei und drei zu verweisen. Nachdem Bolts ärgster Kontrahent Tyson Gay (USA) und der gar nicht erst nicht qualifizierte Asafa Powell (Jamaika) im Vorfeld der WM positiv getestet worden waren und Titelverteidiger Yohan Blake (Jamaika) verletzt abgesagt hatte, geriet der Triumphzug auf der blauen Bahn des Olympiastadions von 1980 zu einer Pflichtübung. Bolt hatte das Feld der übriggebliebenen Super-Sprinter im Griff.

Den Schatten, den die jüngsten Dopingfälle über seine Disziplin geworfen hatten, vermag jedoch auch er nicht zu vertreiben. Nachdem mittlerweile acht der schnellsten zehn Läufer der Leichtathletik-Geschichte des Dopings überführt worden sind, stellt sich bei jedem seiner blitzartigen Auftritte die Frage, warum ausgerechnet Weltrekordhalter Bolt sauber sein soll. Der Publikumsliebling selbst hat sich trotz aller Diskussionen im Vorfeld der Titelkämpfe nicht beirren lassen, auch wenn ihn die Zweifel nachdenklich stimmten. In Moskau verzichtete Bolt bei seinen Auftritten vor dem Endlauf weitestgehend auf die üblichen Faxen für die Fans, schwieg auf seinen Pressekonferenzen und warf sich erst nach dem Gold-Lauf in seine berühmte "Blitz"-Pose.

Bolt konzentriert sich in Russland offenbar voll und ganz auf seine Rennen, immerhin verfolgt er ein großes Ziel. Nach dem Titel über 100 m sollen auch die Gold-Medaillen über 200 m und mit der 4x100m-Staffel folgen. Geht seine Rechnung auf, ist Bolt am Ende der Titelkämpfe mit insgesamt acht Gold- und zwei Silbermedaillen der erfolgreichste Leichtathlet der 30-jährigen WM-Geschichte und hätte Carl Lewis (7x Gold, 1x Silber, 1x Bronze) als fleißigsten Medaillenhamster abgelöst. "Wenn ich aufhöre, will ich zu den Größten gehören", sagte Bolt.

Für die erste und bisher einzige Medaille für das deutsche Team sorgte ein Zehnkämpfer. Michael Schrader steigerte seine Bestleistung auf 8670 Punkte und musste sich nur Olympiasieger und Weltrekordler Ashton Eaton geschlagen geben. Europameister Pascal Behrenbruch, als Weltjahresbester nach Moskau gereist, enttäuschte mit 8316 Punkten und Platz elf. Diskuswerferin Nadine Müller hat als Vierte dagegen eine Medaille verpasst. Weitspringerin Sosthene Moguenara erlebte eine herbe Enttäuschung: Die 23-Jährige war mit neuer Bestleistung von 7,04 Meter als Nummer zwei der Welt nach Moskau gereist, kam im Finale aber nicht über 6,42 Meter und den zwölften und letzten Platz hinaus.

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