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Sportpolitik : Anti-Doping-Kampf: Dagmar Freitag kritisiert Sport

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Dagmar Freitag, die Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, hat die Rolle des deutschen Sports im Anti-Doping-Kampf wegen der Blockierung eines Anti-Doping-Gesetzes kritisiert.

«Wenn der Sport Interesse hätte, hier die Vorreiterrolle zu spielen, sollte er sich an die Spitze der Anti-Doping-Bekämpfung stellen», forderte die SPD-Politikerin bei einer Diskussionsrunde des Arbeitskreises Kirche und Sport und des Verbandes der Sport-Journalisten Berlin-Brandenburg in der Hauptstadt. Sie unterstrich aber, dass ein Anti-Doping-Gesetz nur ein Baustein des Anti-Doping-Kampfes - wenn auch ein wichtiger - sei.

Eine zweite Säule sei die gute finanzielle Ausstattung der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA. «Wir müssen konstatieren, dass das Stiftungsmodell zur NADA-Finanzierung gescheitert ist. Der Anteil der Bundesländer ist lächerlich, und es gibt nicht das geringste Interesse, an diesem Zustand etwas zu ändern. Im Moment weiß die NADA-Vorsitzende Andrea Gotzmann nicht, mit welchem Personal sie für 2014 rechnen kann», kritisierte Freitag.

Michael Vesper, der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes DOSB, wies die Vorwürfe zurück. Man sollte niemandem im Sportbund unterstellen, dass er Doping nicht nachhaltig bekämpfen wolle. «Wir sind für jede Verbesserung der Anti-Doping-Gesetzgebung dankbar, wenn sie wirklich hilft und sie nicht den Grundsatz des Schuldprinzips außer Kraft setzt», konterte Vesper.

Markus Müller von der Schwerpunktstaatsanwaltschaft München teilte mit, dass in viereinhalb Jahren rund 2000 Verfahren wegen Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz geführt wurden. Unter mehr als 300 Verurteilungen war jedoch nicht ein Fall aus dem Hochleistungssport. Nahezu alle Verfahren beschäftigten sich mit Vergehen aus dem Bereich des Bodybuilding in Fitnesszentren.

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erstellt am 02.Sep.2013 | 18:49 Uhr

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