THW Kiel : Alfred Gislason hört auf – und geht vielleicht doch nicht ganz

Ein Jahr lang wird Alfred Gislason seinen ehemaligen Kapitän einarbeiten, dann übernimmt Filip Jicha (l.) das Ruder beim THW.
Foto:
Ein Jahr lang wird Alfred Gislason seinen ehemaligen Kapitän einarbeiten, dann übernimmt Filip Jicha (l.) das Ruder beim THW.

Im kommenden Jahr läuft Gislasons Vertrag aus, mit Filip Jicha steht sein Nachfolger bereits in den Startlöchern.

shz.de von
26. April 2018, 08:21 Uhr

Kiel | Die Zukunftsplanungen beim THW Kiel nehmen konkretere Züge an: Dass die Ära Alfred Gislason nach der nächsten Saison beim deutschen Handball-Rekordmeister THW Kiel zu Ende geht, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Der isländische Erfolgstrainer, dessen Vertrag 2019 ausläuft, wird dem Handball-Rekordmeister aber möglicherweise auch darüber hinaus noch zur Verfügung stehen. Das bestätigte der THW-Aufsichtsratsvorsitzende Reinhard Ziegenbein. „Die Verbundenheit zwischen unserem Club und Alfred Gislason ist so groß, dass es absolut vorstellbar ist, dass uns Alfred in einer anderen Rolle erhalten bleibt“, sagte Ziegenbein. Welche Rolle das sein könnte, ließ er offen.

Gislason, dienstältester Trainer der Bundesliga, hat den Club zu sechs Meistertiteln, fünf Pokalsiegen und zwei Triumphen in der Champions League geführt. Den Posten des 58-Jährigen soll der ehemalige Welthandballer und THW-Kapitän Filip Jicha übernehmen. „Alfred ist in die Nachfolge-Regelung voll mit eingebunden“, sagte Ziegenbein dazu. Der Tscheche Jicha (35), der seine aktive Karriere im Sommer vergangenen Jahres beim FC Barcelona beendete, wird ab Sommer zunächst Co-Trainer von Gislason und soll vor seiner Beförderung möglichst viele Erfahrungen sammeln. Jicha bekäme dabei mehr Verantwortung als es für einen Co-Trainer eigentlich üblich ist. „Die Entscheidung für Filip war keine Bauchentscheidung“, stellte Ziegenbein klar. Der frühere Rückraumspieler beginnt im Mai mit dem A-Lizenz-Lehrgang.

Der THW war zuletzt 2015 Meister – noch mit Jicha als Spieler. Der in dieser Spielzeit häufig enttäuschend aufgetretene Tabellenfünfte droht, die Qualifikation für die Champions League zu verpassen. „So eine Saison wie diese können und wollen wir uns nicht über Jahre leisten“, sagte Ziegenbein. Auf die Gefahr, dass dem THW ohne internationales Geschäft erhebliche Einnahmeverluste drohen, ist man in Kiel offenbar vorbereitet. „Wir wissen, wie wir diese Situation lösen können. Unsere Sponsoren unterstützen uns“, so Ziegenbein.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen