Handball-WM 2015 in Katar : Achtelfinale: Ägypten – ein harter Gegner für die Deutschen

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37 Zeitstrafen kassierten die Ägypter bisher. Im Achtelfinale müssen sich die deutschen Handballer darauf einstellen, hart angepackt zu werden. shz.de begleitet das Spiel mit einem Live-Ticker.

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26. Januar 2015, 07:40 Uhr

Doha | Sie schwenkten ihre ägyptischen Fahnen, zitterten mit ihrer Mannschaft, doch am Ende ließen die Fans aus dem Land der Pharaonen die Köpfe hängen und verließen schnell den Schauplatz des Geschehens: Ihr Nationalteam hatte gegen Island verloren. Doch die Enttäuschung wich schnell: Schließlich hatte Ägypten schon vorzeitig das Achtelfinale der WM erreicht. Und dass es heute ausgerechnet gegen den Sieger der Parallelgruppe, gegen die DHB-Auswahl, geht, war für die Spieler offenbar kein Beinbruch. „Ob es nun die Deutschen, Dänen oder Polen sind, macht doch keinen Unterschied, es sind alles starke Mannschaften“, meinte der Abwehr-Spezialist Ibrahim El Masry.

Der vierte Platz bei der WM 2001 ist nur noch Nostalgie. Der Handball am Nil befand sich in den letzten Jahren etwas abseits des europäischen Blickwinkels. Die Zeiten, als ein Hussein Zaky in Spanien für Furore sorgte oder ein Hany El Fakharany in Berlin seine Brötchen verdiente, sind vorbei. Ebenso die Ära, in der deutsche Trainer wie der kürzlich verstorbene Paul Tiedemann oder Jörn-Uwe Lommel (Co-Trainer THW Kiel) ihrer Berufung in Kairo nachgingen. Mit Marwan Ragab hat nun ein einheimischer Coach das Kommando auf der Bank, während seine Spieler zum Großteil in der Hauptstadt für Al Ahly oder Sporting spielen. Nur ganz wenige hat es nach Tunesien, in die Vereinigten Arabischen Emirate oder in den Katar verschlagen.

Zu den Ausnahmen zählt Ahmed Elahmar (31). Der Linkshänder spielt im katarischen Doha für El-Jaish und steuert im ägyptischen Nationaldress konsequent auf die Schallmauer von 1000 Treffern zu. Bei der WM krachten seine Würfe bislang insgesamt 23 Mal ins gegnerische Tor. Auch die Geschosse des 24-jährigen Halblinken Aly Mohamed sind nicht zu verachten. Weitere Aktivposten in der Vorrunde waren Linksaußen Eslam Issa sowie Torwart Karim Handawy. Vor allem vor der aggressiven Abwehr müssen die Deutschen auf der Hut sein: Die Ägypter kassierten bereits 37 Zeitstrafen – so viele wie kein anderes Team.

Das Spiel wird ab 16.30 Uhr auf dem Bezahlsender Sky und im dänischen TV2 übertragen. shz.de begleitet das Spiel mit einem Live-Ticker.

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