zur Navigation springen

Bundesliga-Kolumne : Abstiegs-Euphorie beim HSV, Höhen-Flug bei Holstein Kiel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Spielen der HSV und Holstein Kiel nächste Saison gegeneinander in der Zweiten Liga? Es könnte ein neues Nord-Derby geben.

shz.de von
erstellt am 02.Mär.2015 | 08:23 Uhr

Der HSV ist weiter dabei: Der VfB Stuttgart, Hertha BSC, der 1. FC Köln, der Hamburger SV – dazu die nicht ganz so traditionsreichen Vereine wie Mainz 05, SC Freiburg und Aufsteiger Paderborn. Möglicherweise will auch Hannover 96 noch eingreifen in diesen doch überwiegend prominenten Abstiegskampf. Als wolle man unbedingt dabei sein im unteren Tabellendrittel, wo so etwas wie Abstiegs-Euphorie den besonderen Wert dieser Eliteliga dokumentiert.

Allein Borussia Dortmund war es nicht geheuer, dabei zu sein. Mit vier Siegen in Folge hat der Meister von 2012 seine ernsthaften Ambitionen – eben wieder oben anzugreifen – festigen können. Und am nächsten Sonnabend reist der BVB in den Hamburger Volkspark, in dem wohl bis zum Saisonende dieser Abstiegskampf seinen festen Platz gefunden hat. Danach folgt Abstiegskampf pur in Stuttgart und daheim gegen Hertha BSC.

Ein Interview nach dem anderen hatte HSV-Trainer Josef Zinnbauer während der Woche vor der Partie in Frankfurt gegeben. Kritisch ging es bei den Fragen und Antworten zumeist nicht zu. Zinnbauer fand überall offene Ohren, um seinem von Durchhalteparolen geprägten Optimismus freien Lauf zu geben. Auch kurz vor dem Anpfiff in Frankfurt stand Zinnbauer vor Kameras und Mikrofonen, während sein Kollege Thomas Schaaf auf dem Spielfeld jeden seiner Spieler ins Gebet nahm. Offenbar war diese Vorbereitung effektiver, als in der Öffentlichkeit über Fußball-Weisheiten zu philosophieren.

Die Bosse im großen HSV-Führungsapparat haben Zinnbauer eine Jobgarantie bis zum Saisonende gegeben. Und wenn alles gut wird, vielleicht auch darüber hinaus. Hoffentlich geht alles gut.

Autobauer und Fußball

„Financial Fairplay“ heißt ein Programm bei der Uefa, das nicht nur in Wolfsburg zum Thema hinter verschlossenen Türen geworden ist. Es geht darum, ob ein Verein vernünftig wirtschaftet. Ob Einnahmen und Ausgaben langfristig in einer kaufmännisch vertretbaren Relation stehen. Bei der 100-prozentigen Volkswagen-Tochter VfL Wolfsburg wollen die Prüfer wissen, ob das Geld des Konzerns in einem akzeptablen Verhältnis zum Werbewert des Clubs steht.

Volkswagen ist derzeit der größte Sponsor im deutschen Fußball. Der Konzern unterstützt mit seinen zwölf Marken inzwischen 16 Profivereine. Der FC Bayern, an dem die VW-Tochter Audi mit gut acht Prozent beteiligt ist, und der Werksclub VfL Wolfsburg führen die 1. Liga an. Zweitligist FC Ingolstadt, der ebenfalls von Audi am Leben gehalten wird, steht vor dem Aufstieg.

Auch bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) gibt es Überlegungen, die Macht der Konzerne im Firmen-Fußball zu begrenzen. Daraus wird wohl schon deshalb nichts, weil man auf Mercedes-Benz als Hauptsponsor der Nationalmannschaft nicht verzichten will.

Hoch im richtigen Norden

Torschützen unter sich: Manuel Schäffler (links) beglückwünscht Hauke Wahl zu dessen Treffer zum 1:0. Schäffler selbst sorgte später für das 3:1 gegen Erfurt.
Torschützen unter sich: Manuel Schäffler (links) beglückwünscht Hauke Wahl zu dessen Treffer zum 1:0. Schäffler selbst sorgte später für das 3:1 gegen Erfurt. Foto: Nawe
 

Dafür sorgt Holstein Kiel mit seinen Aufstiegsambitionen, um in Liga zwei möglicherweise in der kommenden Saison auch auf den HSV zu treffen. Die Kieler „Störche“ auf Höhenflug, sie werden sportlich und seit langem wirtschaftlich vorbildlich geführt. Die Strukturen bei Holstein haben teilweise Erstliga-Niveau. Ein Aufstieg wäre die Folge einer jahrelangen, vorbildlichen Arbeit.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen