Handball-Bundesliga : 35:28 - THW Kiel übernimmt Tabellenspitze

Zwölf Treffer allein von Nikola Karabatic - in ihrem Auswärtsspiel beim TBV Lemgo setzten sich die Zebras mit 35:28 durch und warfen sich wieder auf den ersten Platz der Bundesligatabelle.

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19. November 2007, 12:32 Uhr

Nein, so leicht lässt sich ein THW Kiel nicht beeindrucken. Es waren im Spiel der Handball-Bundesliga beim TBV Lemgo gestern Nachmittag gerade einmal neun Minuten und 16 Sekunden absolviert, da führten die Gastgeber mit 6:1. Die 9800 Zuschauer im ausverkauften Gerry-Weber-Stadion in Halle/Westfalen hielt es bereits zu diesem frühen Zeitpunkt nicht mehr auf den Sitzen und verwandelten die zur Handball-Arena umgebaute Tennishalle in ein Tollhaus.
Eine aggressive 3:2:1-Deckung sollte dem TBV zum Erfolg über den letztjährigen Triplegewinner verhelfen. Mit dieser taktischen Maßnahme hatte schließlich vor zwölf Tagen der HSV Hamburg beide Punkte aus der Kieler Ostseehalle entführt. Der Plan von Lemgoes Interimstrainer Volker Zerbe schien zunächst aufzugehen. Immer wieder blieben Stefan Lövgren und Co. zunächst im Abwehrgestrüpp der Gastgeber hängen oder scheiterten in aussichtsreicher Wurfposition an TBV-Keeper Christian Lichtlein, während auf der anderen Seite die Zerbe-Schützlinge bei fast jedem Versuch ins Schwarze trafen und die Hoffnungen bei den TBV-Fans auf eine Überraschung nährten. Doch dann reagierte THW-Trainer Noka Serdarusic, nahm beim 1:6 eine Auszeit und stellte seine Mannschaft neu ein. "Noka hat gesagt, dass wir einfach ruhig weiterspielen und unsere Chancen besser nutzen sollen", verriet hinterher Christian Zeitz.
Und die Spieler setzten die Anweisungen ihres Trainers in die Tat um. Es dauerte keine weitere neun Minuten, da hatten die Kieler die Kräfteverhältnisse ins rechte Lot gerückt. Kreisläufer Marcus Ahlm besorgte beim 9:8 die erste THW-Führung, die die Gäste nur noch einmal beim 9:10 (22.) aus der Hand gaben. Angetrieben vom überragenden Nikola Karabatic, gegen dessen Urgewalt die Lemgoer Deckung mit zunehmender Spielzeit kein Mittel mehr fand, erkämpfte sich der Titelverteidiger bis zur Pause eine 15:13-Führung. Der Lärmpegel in der Halle hatte sich mittlerweile auf ein normales Maß reduziert.
Die Ostwestfalen stemmten sich nach Wiederanpfiff weiter gegen die drohende Niederlage - vergeblich. Kiels Torhüter Thierry Omeyer steigerte sich hinter der gut arbeitenden 6:0-Abwehr von Minute zu Minute. Im Angriff deckten die Gäste schonungslos die Schwachpunkte der weiter vom TBV praktizierte 3:2:1-Deckung auf, so dass der Vorsprung über 22:18 (41.) und 30:24 (50.) bis zum Ende auf sieben Tore anwuchs. Mit dem letztlich ungefährdeten 35:28-Sieg löste der THW (22:4 Punkte) den HSV Hamburg an der Tabellenspitze ab, allerdings haben die Hamburger (21:3) ein Spiel weniger absolviert.
"Das waren heute zwei ganz wichtige Punkte für uns", meinte Nikola Karabatic und lobte den TBV für seine beherzte Spielweise. "Die haben uns alles abverlangt. Das war nicht einfach. Lemgo hat eine starke Mannschaft. Hier werden noch einige Mannschaften so ihre Probleme bekommen." Und sich sicher mehr beeindrucken lassen als der THW Kiel.
TBV Lemgo: Lichtlein (1.-42.), Zereike (42.-60.) - Kraus (6/1), Christophersen (n.e.), Stephan (3/3), Preiß (1), Bechtloff (4), Lützelberger (1), Schröder (n.e.), Kehrmann (2), Mocsai (4), Hermann (3), Boesen (4), Hafner (n.e.).
THW Kiel: Omeyer (1.-60.), M. Andersson (n.e.) - Lund (2/1), K. Andersson (6), Lundström (3), Kavticnik (n.e.), Pajovic (2), Anic (n.e.), Lövgren (3), Ahlm (4), Szilagyi (n.e.), Zeitz (2), Karabatic (12/1), Klein (1)
Schiedsrichter: Methe / Methe (Vellmar).
Zuschauer: 9800 (ausverkauft).
Zeitstrafen: 6:3
Rote Karte: Preiß (Lemgo/54.) nach dritter Zeitstrafe.
Siebenmeter: 7:4.
Spielfilm: 2:0, 2:1, 6:1 (10.), 6:3, 7:3, 7:4, 8:4 (14.), 8:9 (18.), 10:9, 10:10, 10:11 (23.), 11:11, 11:12, 12:12, 12:13, 13:13, 13:15 – 13:16, 14:16, 14:17, 15:17 (34.), 15:18, 16:18, 16:19, 17:19, 17:20, 18:20 (40.), 18:22, 19:22, 19:23, 20:23, 20:25 (44.), 21:25, 21:26, 22:26, 22:28 (47.), 23:28, 23:29, 24:29, 24:31 (51.), 26:31, 26:35 (55.), 28:35.

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