Bei Darmstadt 98 : Spielabbruch: Medizinischer Notfall bei FCK-Trainer Strasser

FCK-Trainer Jeff Strasser erlitt in der Halbzeitpause in Darmstadt offenbar eine Herzattacke.
FCK-Trainer Jeff Strasser erlitt in der Halbzeitpause in Darmstadt offenbar eine Herzattacke.

Schock für den 1. FC Kaiserslautern und den deutschen Profifußball: Fußball-Trainer Jeff Strasser musste während des Kellerduells in Darmstadt ins Krankenhaus gefahren werden.

shz.de von
24. Januar 2018, 23:27 Uhr

Das Fußball-Zweitliga-Spiel zwischen dem SV Darmstadt 98 und dem 1. FC Kaiserslautern am Mittwochabend ist wegen gesundheitlicher Probleme von FCK-Trainer Jeff Strasser abgebrochen worden.

Der 43-jährige Coach des Tabellenletzten wurde im Notarztwagen ins Krankenhaus gebracht. Strasser war dabei nach Clubangaben bei Bewusstsein und befand sich nicht in Lebensgefahr. Die Partie war nach der Pause beim Stand von 0:0 nicht wieder angepfiffen worden. Medienberichten zufolge hat er eine Herzattacke erlitten, offiziell bestätigt wurde das von den beiden Vereinen nicht.

«Wie ihr sicherlich schon mitbekommen habt, ist das Auswärtsspiel in Darmstadt abgebrochen worden. Grund ist ein medizinischer Zwischenfall. Unser Cheftrainer Jeff Strasser ist gerade zur Kontrolle auf dem Weg ins Krankenhaus», twitterte der FCK, nachdem der Notarztwagen mit Strasser das Stadion am Böllenfalltor verlassen hatte.

Über die genauen Probleme Strassers machten die Pfälzer keine Angaben. Im Kabinenbereich waren zur Halbzeit Sanitäter im Einsatz. Für Kaiserslautern und Strasser ging es in der Partie beim ebenfalls abstiegsbedrohten SV Darmstadt um sehr viel. Der Luxemburger und frühere FCK-Profi war im September Nachfolger von Trainer Norbert Meier auf dem Betzenberg geworden.

Um 19.58 Uhr sagte der Stadionsprecher den 17 400 Zuschauern am Böllenfalltor, dass die Begegnung nicht fortgesetzt werde. Zuvor hatte er von einem «medizinischen Notfall» gesprochen. FCK-Fans riefen immer wieder den Namen Strassers. «So sehr wir den Fußball lieben, es gibt so viele wichtigere Dinge im Leben», twitterte der SV Darmstadt. Trotz der Rivalität und der angespannten Tabellensituation applaudierten viele Zuschauer beim Verlassen des Stadions aufmunternd. Die Stadionregie spielte den Klassiker «You'll never walk alone» ein.

«Lilien»-Präsident Rüdiger Fritsch twitterte: «Wir senden Genesungswünsche nach Kaiserslautern und wünschen Jeff Strasser gute Besserung. An Tagen wie heute werden wir alle wieder daran erinnert, dass es wichtigere Dinge gibt als Fußball.»

Friedhelm Funkel, Trainer des Zweitliga-Rivalen Fortuna Düsseldorf und früher selbst Profi beim Fritz-Walter-Club, sagte dem TV-Sender Sky: «Wir haben in unserem Vorraum einen Fernseher laufen und alles mitbekommen. Das macht einen nachdenklich. Jeff Strasser ist ja noch jung. Ich hoffe, dass es ihm bald besser geht.»

Strasser hatte wie sein Kollege Dirk Schuster während der erste Hälfte der Partie ständig am Spielfeldrand seine Mannschaft angetrieben. In dem hart geführten Match waren die Gastgeber überlegen, hatten aber nur eine Chance durch den Ex-Frankfurter Slobodan Medojevic. Kaiserslautern war die Verunsicherung angesichts des drohenden Abstiegs anzumerken.

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