Handball-Bundesliga Warum SG-Trainer Maik Machulla seiner Mannschaft wieder vertraut

Von Jan Wrege | 04.11.2022, 15:14 Uhr

Drei Spiele in fünf Tagen – der neue Rhythmus ist der SG Flensburg-Handewitt besser als erwartet bekommen. Nach den Erfolgen in Wetzlar am Sonntag und gegen das französische Team PAUC Handball am Dienstag war das 37:23 gegen den ASV Hamm-Westfalen in der Bundesliga am Donnerstag der bisher höchste Saisonsieg.

„Mit 14 Toren zu gewinnen, ist außergewöhnlich gut. Es war ein toller Auftritt“, befand Trainer Maik Machulla. Noch am Dienstag voriger Woche hatte er nach der desaströsen ersten Halbzeit in der European League gegen TM Benidorm Bedenken, dass die SG der hohen Frequenz gewachsen ist. „Wenn einige mit ihrer Rolle und Verantwortung nicht zurecht kommen, werden wir es wieder so machen wie in den letzten zwei Jahren“, war die Ansage von Machulla. Das würde bedeuten, dass wieder eine Stammbesetzung aus sieben, acht Spielern über Gebühr belastet werden muss – entgegen den Vorstellungen des Trainers.

Trainer spürt Energie und Bereitschaft zur Verantwortung

Die Sorge ist gewichen. Machulla hat wieder Vertrauen in das gesamte Team. „Wir haben nach Benidorm sehr klar und sehr kritisch miteinander gesprochen. Alle haben in den letzten Tagen viel Verantwortung übernommen“, stellte der SG-Coach fest. Er spüre Energie in den Videositzungen, jeder wolle etwas Besonderes beitragen und:

„ Alle sorgen dafür, dass gute Stimmung herrscht.“
Maik Machulla
Trainer der SG Flensburg-Handewitt

Die ganze Mannschaft habe inzwischen wieder viel Selbstvertrauen, meinte Linksaußen Emil Jakobsen, der sich mit nun 63/23 Treffern vorerst an die Spitze der HBL-Torjägerliste gesetzt hat. Rückraumspieler Mads Mensah, den Machulla nach dem Ausfall von Spielmacher Jim Gottfridsson zum Interims-Anführer erkoren hat, fühlte sich erleichtert darüber, dass die SG „jetzt richtig in der Spur“ sei. „Die erste Halbzeit gegen Benidorm war das Schlimmste, was ich hier erlebt habe“, sagte der Däne.

Mads Mensah freut sich über die Rotation

Mensah ist froh, dass nun doch wieder die Breite des Kaders genutzt wird: „Wir haben jetzt mehr Spieler im Flow. Es war nicht einfach, sich umzustellen nach einer so langen Zeit mit einem kleinen Kader. Plötzlich sind 16 Spieler fit, damit muss man auch erstmal umgehen.“ Das gelinge derzeit gut, meint Mensah. Lieber hätte er Gottfridsson dabei, aber: „Wenn wir das jetzt hinbekommen, kann das auf lange Sicht ein Vorteil sein. Dann müssten wir auch in Zukunft nicht mehr so viel auf Jims Schultern abladen.“

Göran Sögard brannte die Lunge

Göran Sögard, der zwei Spiele ausgesetzt hatte, war ein weiteres Beispiel für die funktionierende neue Rotation: „Ich war eine Woche krank. Heute ging es besser, aber ich habe es ganz gut gespürt in der Lunge. Es ist gut, dass wir mehr wechseln. In Wetzlar hat Aaron (Mensing) angefangen, gegen PAUC dann Lasse (Möller) und heute ich – so haben alle Kraft.“ Der Norweger sah am Donnerstag noch einen weiteren Schlüssel zu Erfolg:

„Wir laufen mehr, wir sind wieder viel mehr fokussiert auf Gegenstoß und zweite Welle.“
Göran Sögard
SG-Rückraumspieler

Sögard sah aber noch einiges Potenzial zur Verbesserung bis zum nächsten Spiel beim deutlich gefährlicheren VfL Gummersbach am kommenden Donnerstag. „Wir hatten viele technische Fehler, die Hamm nicht bestraft hat. Das gibt es sonst nicht in der Bundesliga.“

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