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Tour de France : Schwerer Sturz: Radprofi Richie Porte bricht sich Schlüsselbein und Becken

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Auch Rafal Majka steht nach einem Unfall vor dem Aus. Er hat überall am Körper stark blutende Wunden.

shz.de von
erstellt am 10.Jul.2017 | 11:22 Uhr

Chambéry | Kaum hatte Chris Froome die Königsetappe der Tour de France als heimlicher Sieger beendet, waren die Gedanken bei seinem schwer gestürzten Freund Richie Porte. „Ich fühle mich sehr, sehr schlecht. Es tut mir weh, das zu sehen. Ich hoffe, dass es ihm schnell besser geht“, sagte der dreimalige Gesamtsieger und war den Tränen nahe. Ein Horrorsturz von Mitfavorit Porte bei Tempo 80 hatte die neunte Etappe überschattet. Der Australier kam am Sonntag auf der rasenden Abfahrt vom Mont du Chat von der Straße ab, überschlug sich und knallte mit voller Wucht gegen eine Felsböschung.

 Chris Froome aus Großbritannien vom Team Sky jubelt im gelben Trikot auf dem Podium.

Chris Froome aus Großbritannien vom Team Sky jubelt im gelben Trikot auf dem Podium.

Foto: Yuzuru Sunada/dpa

Erst nach bangen Minuten kam von der Tour-Ärztin eine Teil-Entwarnung. „Er ist bei Bewusstsein und konnte schon direkt nach dem Unfall mit uns sprechen“, sagte Florence Pommerie. Doch die Bilder ließen Froome und den Zuschauern den Atem stocken. Nach dem schlimmen Sturz, bei dem der Australier auch den Iren Daniel Martin mitriss, eilten sofort die Rettungskräfte herbei und stabilisierten seine Halswirbelsäule.

Danach wurde er ins Krankenhaus abtransportiert. Dort bekam er die Diagnose: Schlüsselbein und Becken sind gebrochen. Eine Operation sei jedoch nicht notwendig, teilte das BMC-Team mit. Porte müsse mit mindestens vier Wochen Zwangspause rechnen.

Auch Rafal Majka vom Bora-hansgrohe-Team steht vor dem Aus bei der 104. Tour de France. Der Pole war am Sonntag auf der neunten Etappe zwischen Nantua und Chambéry schwer gestürzt und wurde nach Etappenende ins Krankenhaus gebracht. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass er weiter fahren kann. Er hat am ganzen Körper blutende Wunden. So etwas habe ich selten gesehen“, erklärte Teamsprecher Ralph Scherzer. Majka wolle aber unbedingt weitermachen, die genauen Diagnosen würden darüber entscheiden.

Der polnische Radrennfahrer Rafal Majka einen Tag vor seinem Sturz.

Der polnische Radrennfahrer Rafal Majka (Archiv).

Foto: Daniel Karmann/dpa
 

Der Sturz der Radprofis ließ auch die fiesen Angriff von Fabio Aru auf Froome zur Nebensache werden. Bei einem mechanischen Defekt des Briten blies er sofort zur Attacke - eine grobe Unsportlichkeit, für die er keine Mitstreiter fand. Von seinem Team wurde er zurück gepfiffen, wütend schlug er auf den Lenker. „Ich danke den Fahrern, die das Tempo rausgenommen haben. Das ist Sport und schön zu sehen“, sagte Froome ganz diplomatisch.

Aru spielte im Ziel den Unschuldigen: „Ich hatte nicht gesehen, dass Froome einen Defekt hat. Ich wollte sowieso attackieren. Dann kam das Kommando aus dem Teamwagen.“ Nach der Kletterpartie über 4600 Höhenmeter und drei Berge der höchsten Kategorie ist Aru als größter Froome-Rivale übrig geblieben.

Gewinner des Renntages

18 Sekunden beträgt der Rückstand des Italieners auf den Spitzenreiter. Auch der französische Vorjahreszweite Romain Bardet stellt mit 51 Sekunden Rückstand im Gesamtklassement noch eine Gefahr dar. Die abgehängten Konkurrenten Nairo Quintana (Kolumbien/2:13 Minuten zurück) und Alberto Contador (Spanien/5:15) muss Froome kaum mehr fürchten.

Den Sieg nach 181,5 Kilometern von Nantua nach Chambéry holte sich der Kolumbianer Rigoberto Uran im Foto-Finish vor dem Franzosen Warren Barguil vom deutschen Sunweb-Team. Froome belegte den dritten Platz und sicherte sich damit vier Sekunden Zeitgutschrift.

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