Nach DFB-Pokal-Finale : Schiedsrichter Zwayer: "Ich stehe zu meiner Entscheidung"

<p>Felix Zwayer steht auch zwei Tage nach dem DFB-Pokal-Finale zu seiner Entscheidung. </p>

Felix Zwayer steht auch zwei Tage nach dem DFB-Pokal-Finale zu seiner Entscheidung.

Schiedsrichter Felix Zwayer nimmt Stellung zum Aufreger des DFB-Pokal-Finales – er steht zu seiner Entscheidung.

shz.de von
21. Mai 2018, 17:44 Uhr

Hamburg | Es lief die vierte Minute der Nachspielzeit im DFB-Pokalfinale zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Bayern München: Die Eintracht führt mit 2:1, der Rekordmeister läuft an und versucht alles. Frankfurts Kevin-Prince Boateng trifft im Strafraum Javi Martinez, dieser kommt zu Fall. Der Unparteiische Felix Zwayer entscheidet auf Eckstoß. Kurz darauf meldet sich der Video-Assistent. Die Szene wird überprüft. Und obwohl ein Kontakt sichtbar vorhanden ist, bleibt Zwayer bei seiner Entscheidung und verweigert den Bayern einen Strafstoß.

<p>Kein Foul: Obwohl Kevin-Prince Boateng (weißes Trikot) Javi Martinez berührte, gab Schiedsrichter Felix Zwayer keinen Elfmeter. </p>
Imago/Jörg Schüler

Kein Foul: Obwohl Kevin-Prince Boateng (weißes Trikot) Javi Martinez berührte, gab Schiedsrichter Felix Zwayer keinen Elfmeter.

"Eckstoß war meine ursprüngliche Entscheidung, obwohl ich gesehen habe, dass Martinez zu Fall gekommen war. Mir war allerdings nicht klar, warum, der Ablauf des Zweikampfes sah merkwürdig aus. Daher habe ich den Video-Assistenten Bastian Dankert konsultiert. Der sagte mir nach Ansicht der Bilder, es liege ein Kontakt vor, ich solle mir die Bilder aber bitte nochmal selbst anschauen", erklärt Zwayer gegenüber dem Sportmagazin Kicker. "Ich habe den Kontakt gesehen, aus meiner Sicht war es jedoch kein intensiver Kontakt, da Martinez den getroffenen Fuß noch ohne Bewegungsänderung und stabil auf dem Boden aufsetzt, bevor sein anderes Bein abhebt, nach vorne fliegt und er hinfällt. Treffer und Wirkung haben für mich nicht zusammengepasst. Auf den Bildern habe ich keinen Kontakt gesehen, der mich überzeugt hat, meine ursprüngliche Wahrnehmung und Entscheidung zu ändern. Auch mit dem Abstand von zwei Tagen stehe ich zu dieser Entscheidung."

Die Tatsache, dass Zwayer nur eine Einstellung zu sehen bekam, wurde in der Öffentlichkeit – vor allem in den sozialen Medien – heiß diskutiert. Hätte der Schiedsrichter noch weitere Kameraperspektiven haben müssen? "Ich war und bin mit der Bildauswahl zufrieden. Auch weil laut Bastian Dankert das TV dasselbe Material verwendete, sind wir bei der Hinter-Tor-Perspektive geblieben. Das Fallen passte für mich nicht zum Kontakt. Ich war schon fast fertig, wollte dann aber nochmal auf Nummer sicher gehen und habe mir die Szene nochmals in Realgeschwindigkeit vorspielen lassen. Dann waren für mich keine Fragen mehr offen, ich brauchte also keine andere Perspektive. So viel Erfahrung habe ich mit dem System."

Das Spiel wurde mit einem Eckstoß für die Bayern fortgesetzt, Keeper Sven Ulreich lief mit nach vorne, sodass das Tor des Rekordmeister leer stand. Frankfurt klärte den Eckball und zog einen Konter auf, den Mijat Gacínovíc zum 3:1-Endstand abschloss.

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