Gute Stimmung in Hamburg : Rollstuhlbasketball-WM begeistert: "Das sind alles Leistungssportler"

Die deutsche Nationalmannschaft sorgt in der Halle in Wilhemsburg für Begeisterung.
Die deutsche Nationalmannschaft sorgt in der Halle in Wilhemsburg für Begeisterung.

Die Rollstuhlbasketball-WM in Hamburg sorgt für Begeisterung – vor allem bei Spielen mit deutscher Beteiligung.

shz.de von
23. August 2018, 07:27 Uhr

Hamburg | Er trommelt, was seine Arme hergeben, und seine Stimme klingt nach mehr als einer Woche Anfeuerung sehr schnell heiser. Doch Matthias Bolte ist mit Herz und Seele Fan der deutschen Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaften und hat daher auch den weiten Weg aus München nach Hamburg in Kauf genommen, um bei den Weltmeisterschaften in der Hansestadt zu sein. "Ich bin 2013 bei der EM auf den Geschmack gekommen. Mich fasziniert die Dynamik und die Vielfalt", sagte der 45-Jährige.

Ob und wie viele Besucher der WM-Partien in der Hansestadt es ebenso ergehen wird wie Bolte, muss sich zeigen. Das Interesse, jedenfalls an den Spielen der deutschen Teams, war bislang riesengroß. Meistens war die gut 1600 Zuschauer fassende Inselparkhalle im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg voll besetzt. Und das selbst bei der abschließenden Vorrunden-Partie der DBB-Damen gegen China am Mittwochmorgen um 9.30 Uhr.

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"Wir haben uns das erhofft, aber nicht erwartet", sagte Kapitänin Mareike Miller, die bei Bundesligapartien mit den BG Baskets Hamburg sonst vor gut 400 Zuschauern spielt. Und Thomas Böhme, der mit dem DBB-Herren im Achtelfinale gegen Großbritannien gescheitert war, stellte begeistert fest. "Das ist schon der Wahnsinn, wie wir hier unterstützt worden sind."

Die Organisatoren haben für die Stimmung einiges getan. Mehr als 100 Schulen wurden angeschrieben. Die Resonanz hat man an den vollen Rängen und dem lautstarken Jubel erkennen können. Dass sich die Zuschauer wie nach der Partie der DBB-Damen gegen China von ihren Sitzen erhoben und dem Team einige Minuten lang applaudierten, war auch für Bundestrainer Martin Otto ein Zeichen großer Anerkennung. "Das war unglaublich und sehr schön. Aber es war auch verdient", machte der Coach deutlich und ergänzte: "Ich selbst nenne es auch nicht Behindertensport. Für mich sind das alles Leistungssportler."

Die dürfen sich der Unterstützung vor allem durch Bolte sicher sein. "Die Stimmung hier ist für mich eine 1", sagte der und ergänzte. "Mit wie vielen Sternchen, das wird sich dann am Sonntag zeigen." Dann endet die WM mit den Spielen der Herren um die Medaillen. Dass die deutschen Männer nicht mehr dabei sind, wird die Stimmung wohl nicht trüben.

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