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18. Dezember 2017 | 02:45 Uhr

Kiel, Lübeck oder Rostock : Wo wird gesegelt? Finale für die Olympia-Segelreviere 2024

vom

Die Segel-Kandidaten für Olympia-Bewerber stehen am 9. und 10. April auf dem Prüfstand. Die Empfehlung soll spätestens Ende April erfolgen.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2015 | 07:32 Uhr

Hamburg | Kiel, Lübeck-Travemünde und Rostock-Warnemünde setzen die Segel: Am Donnerstag und Freitag findet die finale Sichtung der drei Reviere um den Platz an der Seite von Olympia-Bewerber Hamburg statt. Eine neunköpfige Beratungskommission unter Leitung von DOSB-Vorstand Bernhard Schwank prüft die Bewerber vor Ort.

Das Ringen um den Status als potenzielles Olympia-Revier geht damit in die entscheidende Runde. Spätestens Ende April will die Kommission dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und der Stadt Hamburg eine Empfehlung aussprechen. Die Kommission will sich in intensiven Arbeitstreffen unter Ausschluss der Öffentlichkeit bei den Terminen vor Ort einen detaillierten Überblick über das Angebot der Kandidaten verschaffen.

Das Beratungsgremium ist paritätisch mit DOSB-Vertretern, der Stadt Hamburg und des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) besetzt. Mit der ehemaligen Olympia-Teilnehmerin und Unternehmerin Kathrin Adlkofer hat die Hamburg-Fraktion unter Führung von Innensenator Michael Neumann zu den drei DSV-Abgesandten eine weitere erfahrene Seglerin ins Boot geholt. Der Empfehlung der Kommission wird großes Gewicht beigemessen, da Repräsentanten der Entscheider bei DOSB und in der Stadt Hamburg selbst an der Erarbeitung der Empfehlung beteiligt sind.

Alle drei Reviere gehen hoffnungsfroh in die Endrunde der Bewerbung. „Kiel ist seit jeher und immer noch das deutsche Zentrum des Segelns. Kiel ist Olympiastützpunkt und DSV-Stützpunkt mit dem interessantesten Revier. Wir haben mit 2000 aktiven und 5000 Vereinsseglern die am meisten segelbegeisterte Bevölkerung“, sagte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. Eine Online-Umfrage und alle bisherigen Veranstaltungen belegen, so Kämpfer, dass eine mehr als 80-prozentige Zustimmung der Bevölkerung neben den allerbesten Segelbedingungen das entscheidende Pfund sei, mit dem Kiel wuchern könne.

Auch Rostock-Warnemünde demonstriert Selbstbewusstsein. „Das Segelrevier vor Warnemünde bietet beste Voraussetzungen, die auch bei den deutschen Olympiabewerbungen um die Spiele 2000 und 2012 anerkannt wurden“, sagte Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling. Das Warnemünder Revier, so Methling, biete „kompakte Segelwettbewerbe mit kurzen Anfahrtswegen und einem Olympia-Komplex auf der Mittelmole“ an, die konzeptionell große Parallelen zum Hamburger Olympia-Plan auf dem kleinen Grasbrook aufweise.

Drei starke Argumente führt auch Lübeck-Travemünde in diesem Segel-Dreikampf ins Feld. „Wir bieten Segeln zum Greifen nah: Kurze Wege für Sportler und Zuschauer. Sie sind mittendrin statt nur dabei“, betonte Bürgermeister Bernd Saxe. Das Konzept besteche „mit wirtschaftlicher Nachhaltigkeit und ökologischer Vernunft“, so Saxe. Und die Nähe von Lübeck-Travemünde zu Hamburg sei „unschlagbar“.

Die „Sailing City“ Kiel hat 1936 und 1972 bereits zweimal olympische Regatten ausgerichtet und gilt als leichter Favorit. Doch Rostock-Warnemünde und Lübeck-Travemünde kämpfen nicht chancenlos um ihre Premiere. Alle drei Bewerber schicken starke Teams unter Führung ihrer Bürgermeister in die Arbeitstreffen mit der Kommission.

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