Christian Peter Lübeck : Wieder ein Unfall mit Foils: Dänischer Olympia-Segler verletzt

Ein Segelboot mit Hydrofoils am Rumpf.

Ein Segelboot mit Hydrofoils am Rumpf.

Mit einer tiefen Wunde am Bein wird der Nacra-17-Vorschoter ins Krankenhaus gebracht und notoperiert.

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05. Februar 2018, 11:22 Uhr

Murrays Bay/Neuseeland | Erneut ist bei einem Unfall mit einem Katamaran auf sogenannten Foils ein Segler verletzt worden. Der dänische Olympia-Starter Christian Peter Lübeck ging in Neuseeland bei einer Regatta über Bord und wurde im Wasser von einer der scharfkantigen Tragflächen des olympischen Mixed-Katamarans getroffen.

Hintergrund: Hydrofoils

Die Foils oder Hydrofoils sind Flügel, die unter dem Rumpf angebracht sind. Bei steigender Geschwindigkeit hebt sich das Boot mittels des dynamischen Auftriebs der Flügel aus dem Wasser. Dadurch berührt der Rumpf nicht mehr das Wasser, Verdrängung und Reibung verringern sich und das Boot „schwebt“ über die Wasseroberfläche. Das schnellste Segelboot der Welt, das „Vestas Sailrocket“, hält mit 65,45 Knoten (120 km/h) den Geschwindigkeitsweltrekord für Segelfahrzeuge.

 

Nacra-17-Vorschoter Lübeck wurde mit einer tiefen Wunde im Bein von anderen Seglern geborgen, in ein Krankenhaus gebracht und noch am Sonntag operiert. Laut Mitteilung seines Teams befindet sich der Olympia-Vierte von 2016 auf dem Weg der Besserung. In Rio hatte sich Lübeck mit 49er-Steuermann Jonas Warrer im Kampf um Bronze den Berlinern Erik Heil und Thomas Plößel geschlagen geben müssen.

Mit der Ausbreitung von schnellen Booten auf Foils häufen sich die Unfälle im Segelsport. Vor einem halben Jahr hatte Nacra17-Segler Bora Gulari (USA) Teile von drei Fingern verloren, als er bei einem verunglückten Manöver über Bord katapultiert worden war und sich seine Hand im Handschuh in einer Leine verfangen hatte. Ende November 2015 hätte Volvo-Ocean-Race-Sieger Franck Cammas bei einem Unfall mit einem foilenden GC32-Katamaran beinahe seinen rechten Fuß verloren.

Ein besonders trauriger Unfall hatte sich zuvor in Lorient/Frankreich ereignet. Im Juni 2015 war eine Frau auf einem kleinen Ordnungsboot beim Start in eine Volvo-Ocean-Race-Etappe von einem Foil des nicht am Rennen teilnehmenden 40 Meter langen Trimarans „Spindrift 2“ so schwer getroffen worden, dass sie ein Bein verlor.

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