Doping-Skandal : Sportsgerichtshof hebt lebenslange Sperre gegen 28 russische Sportler auf

Viele Doping-Sperren gegen russische Wintersportler wurden aufgehoben.
Viele Doping-Sperren gegen russische Wintersportler wurden aufgehoben.

Insgesamt waren 43 Athleten aus Russland von den Olympischen Winterspielen in Südkorea ausgeschlossen worden.

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01. Februar 2018, 11:25 Uhr

Pyeongchang | Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat die lebenslangen Doping-Sperren gegen 28 russische Wintersportler wegen unzureichender Beweislage aufgehoben. Elf weitere Sportler bleiben für die Spiele in Pyeongchang ausgeschlossen, obwohl ihre lebenslangen Sperren für Olympia laut einer CAS-Mitteilung vom Donnerstag ebenfalls ungültig sind.

Das Internationale Olympische Komitee hatte insgesamt 43 russische Wintersportler von künftigen Olympischen Spielen ausgeschlossen, weil die Athleten bei den Heim-Spielen in Sotschi 2014 von organisierten Manipulationen profitiert haben sollen. 42 der betroffenen Sportler hatten vor dem CAS Einspruch eingelegt.

Bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Sotschi führte Alexander Subkow das russische Team noch an. Heute zählt er zu den von der IOC Doping gesperrten Sportlern.
Mark Humphrey/AP/dpa

Bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Sotschi führte Alexander Subkow das russische Team noch an. Heute zählt er zu den von der IOC Doping gesperrten Sportlern.

Welche Sportler gehören zu denjenigen, deren Sperren aufgehoben wurden?

Langlauf-Olympiasieger Alexander Legkow, Skeleton-Olympiasieger Alexander Tretjakow und Rodler Albert Demtschenko gehören zu den Athleten, deren Sperren der CAS nun aufgehoben hat. Sie behalten ihre vor vier Jahren gewonnenen Medaillen.

Der deutsche Rodler Andi Langenhan bleibt daher Vierter der Spiele von Sotschi und erhält nicht nachträglich Bronze. Bob-Pilot Alexander Subkow, Doppel-Olympiasieger von 2014 und mittlerweile Cheftrainer des russischen Bob-Teams, zählt hingegen zu denen, die für Pyeongchang gesperrt bleiben. Die lebenslange Sperre gegen ihn hob der CAS auf.

Die russische Regierung ist erleichtert

Die russische Regierung hat die Aufhebung der Sperren mit großer Erleichterung aufgenommen. „Wir sind froh, dass die Gerechtigkeit endlich triumphiert hat“, sagte Sportminister Pawel Kolobkow am Donnerstag in Moskau. Die CAS-Entscheidung bestätige, dass die Athleten „sauber“ seien.

Nun erwarteten die Sportler, dass das IOC reagiere und sie auch zu den Winterspielen in Südkorea zulasse, sagte Kolobkow der Agentur Interfax zufolge. Die russischen Sportbehörden stünden mit dem IOC in Kontakt, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Ob es gelingen werde, sei noch schwer abzuschätzen. Russland werde weiter für die Rechte und Interessen seiner Sportler kämpfen, sagte er.

Was bedeutet das für die bevorstehenden Olympischen Spiele?

Das IOC betonte auch nach Bekanntwerden des CAS-Spruchs, dass weiterhin nur russische Athleten in Pyeongchang antreten dürfen, die auf seiner Einladungsliste stehen. In einer IOC-Mitteilung heißt es: „Die CAS-Entscheidung bedeutet nicht, dass Athleten aus der Gruppe der 28 zu den Spielen eingeladen werden.“

Das Nationale Olympische Komitee (NOK) Russlands war nach der IOC-Entscheidung Anfang Dezember für die Winterspiele gesperrt worden. Allerdings dürfen russische Sportler unter neutraler Flagge und ohne Hymne starten. Sie werden als „Olympischer Athlet aus Russland“ (OAR) geführt. Nach eingehender Prüfung hat das IOC 169 russischen Athleten erlaubt, in Südkorea anzutreten.

Über die Zukunft drei russischer Biathletinnen wird voraussischtlich erst nach den Spielen entschieden

In den zurückliegenden Tagen waren 39 Russen vom Sportgerichtshof angehört worden, via Videoschalte ebenso Kronzeuge Grigori Rodschenkow – früher Chef des Anti-Doping-Labors Moskau – und der WADA-Chefermittler Richard McLaren. Über drei russische Biathletinnen wird der CAS voraussichtlich erst nach den Spielen in Südkorea entscheiden. Alle drei haben ihre Laufbahn beendet.

Wie waren die Doping-Fälle aufgeflogen?

Grundlage der IOC-Beschlüsse in der Causa Russland waren die Aussagen von Rodschenkow und die Berichte von McLaren für die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Rodschenkow hatte nach seiner Flucht in die USA das Betrugssystem bei Olympia in Sotschi enthüllt. McLaren sammelte weitere Beweise für ein groß angelegtes Dopingprogramm. Die vom IOC eingesetzte Disziplinarkommission unter Leitung von Denis Oswald sah die Beweislast gegen die Russen nach weiteren „forensischen und analytischen Doping-Untersuchungen“ als erdrückend an. Dem CAS genügte dies aber offenbar nicht. Der Sportgerichtshof betonte, dass er nur die individuellen Fälle beurteilt hat und nicht die Frage, ob es ein organisiertes Dopingsystem in Russland gegeben habe.

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