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Olympia 2016 in Rio - Nachrichten, Ergebnisse und Medaillenspiegel

23. Oktober 2017 | 23:47 Uhr

Schatten auf dem Olympia-Team

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Dopingfall trübt die schwache deutsche Bilanz in Sotschi zusätzlich

von
erstellt am 21.Feb.2014 | 19:04 Uhr

Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), legte sich schnell fest. Der Dopingfall, so teilte der Nachfolger von Thomas Bach mit, ändere in seinem Verständnis nichts an der Olympia-Bilanz, weil eine Athletin betroffen ist, die keine Medaille hat. Was für eine Fehleinschätzung. Natürlich, das gab auch der mächtige Funktionär wenig später zu, ist die sportliche Bilanz des deutschen Olympia-Teams ohnehin schon alles andere als zufriedenstellend. Mindestens 30 Mal Edelmetall war angepeilt worden, sogar vom ersten Platz im Medaillenspiegel wurde geträumt. Doch die Realität sieht anders aus. Gerade einmal 16 Plaketten waren es bis gestern Abend, die deutsche Athleten erkämpften. Und es dürften heute und morgen nicht mehr all zu viele dazukommen: Klassenziel klar verfehlt.

Durch den eigentlich nicht für möglich gehaltenen Dopingfall der Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle zeigt nun auch noch die ganze Sportwelt mit dem Finger auf das deutsche Team. Sicher, es ist nur eine einzige Sportlerin, die – ob nun aus Dummheit oder eiskalter Berechnung – zu unerlaubten Mitteln gegriffen hat. Der dadurch verursachte Schatten fällt aber auf die gesamte Mannschaft und trübt sehr wohl die ohnehin schon düstere deutsche Olympia-Bilanz zusätzlich.

Dass Sachenbacher-Stehle das nachgewiesene Stimulanzium aus Versehen durch einen verunreinigten Energieriegel zu sich genommen haben will, klingt dabei in etwa so glaubwürdig wie einst die Geschichte von der manipulierten Zahnpasta des Langstreckenläufers Dieter Baumann. Zumal die Biathletin vor acht Jahren bei den Winterspielen in Turin schon einmal wegen erhöhter Blutwerte mit einer fünftägigen Schutzsperre belegt worden war.

Verpasste Medaillenchancen, enttäuschende Vorstellungen hoch gehandelter Athleten und nun auch noch der Dopingfall: Die Spiele von Sotschi werden in der deutschen Olympia-Hitliste sicher keinen der vorderen Plätze einnehmen. Es wird eine Menge aufzuarbeiten geben in den nächsten Wochen und Monaten für den neuen DOSB-Präsidenten und seine Mitstreiter.

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