IOC-Entscheidung : Pechstein: Russen unter neutraler Flagge «totaler Quatsch»

Hält nichts von der IOC-Entscheidung Russen bei den Winterspielen in Südkorea unter neutraler Flagge starten zu lassen: Eisschnellläuferin Claudia Pechstein.
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Hält nichts von der IOC-Entscheidung Russen bei den Winterspielen in Südkorea unter neutraler Flagge starten zu lassen: Eisschnellläuferin Claudia Pechstein.

Berlin (dpa) - Claudia Pechstein hat nochmals ihre Abneigung gegen die IOC-Entscheidung in der Russland-Frage unterstrichen.

shz.de von
31. Januar 2018, 10:53 Uhr

«Das Antreten unter neutraler Flagge ist in meinen Augen totaler Quatsch», sagte die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin vor ihrem Abflug zu den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang der «Sport Bild».

«Entweder ganz oder gar nicht. Die Entscheidung zeigt für mich nur, dass die Entscheider im IOC keinen Hintern in der Hose haben», sagte die 45 Jahre alte Berlinerin, die zu den fünf Kandidaten zählt, die in Südkorea bei der Eröffnung die deutsche Fahne tragen könnten.

Im ZDF-Morgenmagazin sorgten am Mittwoch gleich zwei Versprecher für Erheiterung. Auf die Frage, was ihr denn der Job als Fahnenträgerin bedeuten würde, meinte Pechstein, er sei ihr fast so wichtig wie «die zehnte Olympia-Goldmedaille» und korrigierte sich dann mit einem Schmunzeln sofort: «Entschuldigung, meine zehnte Medaille». Danach sprach sie der Moderator auf ihr Alter an: «Bei der letzten Entscheidung im Massenstart werden Sie dann 26 Jahre alt sein.» Worauf Pechstein nur lächelnd erwiderte: «46, aber Dankeschön.»

Kritik äußerte Pechstein am deutschen Sportsystem. Deutschland sei für sie keine Sportnation mehr. «Es wird zu wenig investiert. Sport ist so wichtig. Aber er hat nicht mehr den Stellenwert, den er haben sollte. Auch als erfolgreicher Sportler fühlst Du Dich in diesem Land oft nur als eine Steuernummer», sagte sie.

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