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Olympia 2016 in Rio - Nachrichten, Ergebnisse und Medaillenspiegel

19. Oktober 2017 | 08:21 Uhr

Olympia in Sotschi : Hamburger Curling-Team: Bergtour nach Debakel

vom

Der letzte Platz für Hamburg: Skip John Jahr und seine Curler sind nach einer Niederlagenserie in Sotschi ausgeschieden. Nun wollen sie sich beim Skifahren wieder fangen.

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2014 | 15:37 Uhr

Sotschi | Sang- und klanglos haben sich die deutschen Curling-Amateure mit Niederlage Nummer acht aus dem olympischen Turnier verabschiedet. Das Team um Skip John Jahr unterlag am Montag im „Ice Cube“ von Sotschi Gastgeber Russland mit 7:8. Damit gelang den Hamburgern am Schwarzen Meer nur ein Sieg gegen die Schweiz.

Die deutschen Olympia-Debütanten wollten unbedingt den zweiten Sieg erzwingen, nachdem es zwischendurch kleine Reibereien um die Taktik gegeben hatte. „Es gab bestimmt keinen Anlass, sich zu zoffen, es waren eher kleine Meinungsverschiedenheiten“, erklärte Jahr. Gegen die Gastgeber wurde es im vollen und lauten Curling-Center „Ice Cube“ schwer.

Die russischen Vollprofis hatten im letzten und zehnten Durchgang das Recht des letzten Steins und verhinderten einen späten Ausgleich. „Es war nicht unsere Woche“, sagte Jahr. Wenn man nur etwa 75 Prozent seines Leistungsvermögens abrufe, reiche das zwar innerhalb Deutschlands zwar für die Olympia-Qualifikation. Auf internationalen Niveau müsse man aber mindestens bei 80 Prozent liegen.

„Wir müssen alle einen Tick besser spielen“, forderte der 48 Jahre alte Verlagserbe auch mit Blick auf seine letzte Weltmeisterschaft im April in Peking. Danach soll für ihn Schluss sein. „Olympia mit 52? Ich bin ja nicht wie die Reiter, die ein Pferd haben, was sie trägt“, meinte Jahr. Er müsse sich um seine Immobiliengeschäfte und seine Familie kümmern.

Seine Forderung der besseren Unterstützung des olympischen Amateursports in Deutschland unterstrich der Hanseat: „Ich habe das nicht böse gemeint, ich glaube, ein so großes Land könnte seine Sportler besser und gezielter fördern. Ich brauche die Zuwendung von der Sporthilfe zum Beispiel nicht.“ Ob er sich selbst mal als Person oder finanziell bei der Sporthilfe einbringen will, hat er noch nicht entschieden. Sein Vater und seine Schwester hätten sich dort eingebracht.

Die Winterspiele haben er und sein Team als bestens organisiert empfunden. Die Sicherheitsvorkehrungen seien viel weniger störend als befürchtet. Auch die Idee des neuen Wintersport-Gebietes leuchte ihm ein, wenn er auch die brachiale Gewalt, mit der es gebaut wurde, als falschen Weg ansehe.

An der politischen Diskussion über die Menschenrechte will sich Jahr nicht beteiligen: „Wir sind hier als Sportler und sehen das logischerweise etwas unpolitisch“. Die Menschenrechts-Situation sei ihm aber schon lange vor Olympia klar gewesen: „Natürlich war uns das lange präsent, das ist nun mal kein freies westliches Land.“ 

Ins Halbfinale gelangten neben den schon feststehenden Teams aus Schweden und Kanada noch China nach einem 6:5 gegen Großbritannien. Die Briten müssen am Dienstag noch in das Entscheidungsspiel gegen Norwegen, das 3:5 gegen Dänemark verlor.

Mehr über Olympia finden Sie unter www.shz.de/olympia.

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