French Open statt Familienurlaub : Nach irrem Roadtrip: Tennis-Profi kämpft sich in Runde zwei

<p>Steht bei den French Open völlig unverhofft in der 2. Runde: Der argentinische Tennis-Profi  Marco Trungelliti.</p>

Steht bei den French Open völlig unverhofft in der 2. Runde: Der argentinische Tennis-Profi  Marco Trungelliti.

Es ist eine verrückte Geschichte: Marco Trungelliti genoss im Urlaub Zeit mit der Familie - dann klingelte das Handy.

shz.de von
28. Mai 2018, 14:42 Uhr

Unverhofft kommt oft: Der Tennis-Profi Marco Trungelliti hat zwei wahnwitzige Tage hinter sich. Am Sonntag noch verbrachte er mit seiner Familie und seinem Trainer ein paar erholsame Tage in Barcelona. Nur 24 Stunden später steht der Argentinier in der 2. Runde des Tennis Grand-Slam-Turnieres von Roland Garros in Paris. Trungelliti besiegte am Montag in seinem Erstrunden-Match den Australier Bernard Tomic (25/Nr. 206) mit 6:4, 5:7, 6:4 und 6:4.

<p>Roadtrip von Barcelona nach Paris: Tennis-Spieler Marco Trungelliti mit seinem Trainer, Mama und Oma.</p>
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Roadtrip von Barcelona nach Paris: Tennis-Spieler Marco Trungelliti mit seinem Trainer, Mama und Oma.

 

Bevor die French Open am Sonntag starteten, war das Paris-Abenteuer für Trungelliti eigentlich schon beendet.  Er hatte die Qualifikation für die French Open verpasst, verlor in der vergangenen Woche das entscheidende Match gegen den Polen Hurkacz in drei Sätzen. Etwas gefrustet machte er sich auf den Weg nach Barcelona, um ein paar Tage mit seiner Mama und Oma zu verbringen. Doch dann kam alles anders. Vor dem Turnierstart sagten immer mehr Spieler verletzt ab. Insgesamt waren es sieben Tenniscracks, die kurzfristig die Segel streichen mussten. Normalerweise schaffen es vielleicht zwei "Lucky Loser" (glückliche Verlierer), doch noch ins Hauptfeld des Turniers. Trungelliti wäre der Neunte Nachrücker gewesen. 

Destination Paris: Über 1000 Kilometer mit Mama und Oma im Auto

Am Sonntagmorgen musste dann der Australier Nick Kyrios seine Teilnahme absagen. Dafür wäre der Inder Prajnesh Gunneswaran (28) eingesprungen, doch der hatte schon für das Turnier in Vicenza/Italien gemeldet und darf dort laut Reglement nicht mehr absagen, um woanders zu spielen.

 

Wenig später klingelte das Handy von Trungelliti. Er brauchte nicht lange, um seine Sachen zu packen und schon saß er zusammen mit seinem Trainer, seiner Mama und seiner Oma wieder im Auto Richtung Paris. Bei der über 1000 Kilometer langen Fahrt in die französische Hauptstadt durfte nicht viel schief gehen, denn spätestens am Montagmorgen um 10.30 Uhr musste er sich in die Startliste eintragen. Es klappte. Am späten Sonntagabend kurz vor Mitternacht kam die "Reisegruppe Trungelliti" in Paris an. Müde aber voller Vorfreude. Viel Zeit, um sich auf das Match gegen den Australier Bernard Tomic vorzubereiten hatte er nicht.

Urlaubskonto schon auf 79.000 Euro erhöht

Gelohnt hat sich diese Tour für den Argentinier aber jetzt schon. Alleine für den Start bei den French Open kassiert jeder Spieler 40.000 Euro. Die muss er sich allerdings mit dem verletzten Kyrgios teilen. Damit soll verhindert werden, dass verletzte Spieler bewusst antreten, nur um die Antrittsprämie zu kassieren. Aber auch 20.000 Euro sind für den 190. der Weltrangliste eine Menge Geld und die Reise des Argentiniers geht noch weiter. In der 2. Runde trifft er entweder auf den Italiener Cecchinato (72. der Weltrangliste) oder auf den Rumänen Copil (94.). Damit erhöht sich sein "Urlaubskonto" schon auf 79.000 Euro.

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