zur Navigation springen

Porsche-Cup im Tennis : Mona Barthel: Im Match kann man nichts erzwingen

vom

Der Porsche-Cup in Stuttgart ist eines der beliebtesten Damentennisturniere der Welt. So ist es nicht verwunderlich, dass sich unter den sechs Deutschen im Hauptfeld der mit 710.000 US-Dollar dotierten Veranstaltung auch drei Schleswig-Holsteinerinnen tummeln.

shz.de von
erstellt am 22.Apr.2014 | 16:17 Uhr

Stuttgart | Während sich Angelique Kerber aus Kiel und Julia Görges aus Bad Oldesloe noch von den Rückreisestrapazen des FED-Cup-Halbfinales im australischen Brisbane erholen, ehe sie am Mittwoch ins Turnier einsteigen, befindet sich Mona Barthel aus Neumünster bereits mittendrin. Die 23-Jährige bestreitet am Abend ihr Erstrundenmatch gegen die Serbin Jelena Jankovic.

Aufgeräumt wirkt sie, ausgeschlafen und ausgeruht – geradezu entspannt. Als die Weltranglisten-87. rund acht Stunden vor Matchbeginn zum Interview erscheint, nimmt sie im Sessel Platz, schlägt die Beine übereinander und beantwortet geduldig alle Fragen.

Geduld ist momentan eines der Schlüsselworte in Mona Barthels Tenniskarriere. Vor gut einem Jahr ist sie noch die 23. der Weltrangliste. Seitdem jedoch geht es langsam, aber stetig bergab. „Im Moment gibt es viele Dinge, die ich besser machen kann“, räumt sie selbstkritisch ein: „Mir fehlt zurzeit die Lockerheit und das Selbstbewusstsein im Match. Aber das kann man nicht erzwingen.“

Beim Porsche-Cup in Stuttgart, bei dem sie vor zwei Jahren ins Viertelfinale vordringt und erst in drei Sätzen gegen die damalige Weltranglistenerste Wiktoria Asarenka unterliegt, hat sie sich gerade durch die Qualifikation gekämpft, auch wenn sie die letzte Runde im Tie-Break des dritten Satzes gegen die Kroatin Ajla Tomljanovic (4:6, 7:5, 6:7) verliert. Sie rutscht als „Lucky Loser“ ins Hauptfeld, wo heute Abend mit Jelena Jankovic eine Spielerin wartet, die aktuell eine aufsteigende Form zeigt. Doch Barthel strahlt Zuversicht aus: „Ich habe sie in unserer einzigen Begegnung relativ deutlich geschlagen und werde auch heute wieder aggressiv zu Werke gehen.“ Das 6:0 und 6:3 gegen die serbische Weltranglisten -8. stammt aus dem Herbst 2012 in Miami.

Seitdem hat sich einiges getan. Barthel trennt sich im Frühjahr von ihrem Coach Mike Schürbesmann, um sich der Schüttler-Waske-Akademie anzuschließen, die ihren Trainingsbetrieb komplett organisiert, sodass sie sich wieder mehr auf ihr Spiel fokussieren kann. Ihr zur Seite steht nun Trainer Daniel Puttkammer. „Seitdem habe ich wieder eine klarere Linie und mich auch insgesamt weiterentwickelt. Nun muss ich meine Trainingsleistung nur noch im Match bestätigen.“ Bei schon sechs Erstrundeniederlagen im Jahr 2014 ist ihr dies bisher nämlich zumeist nicht gelungen.

Doch Stuttgart, das Dienst älteste Hallenturnier im europäischen Damentennis, könnte ein Wendepunkt sein. „Ich hoffe auf meinen guten Aufschlag und fühle mich auch sonst gut“, will Barthel Jankovic unbedingt bezwingen, damit aus der „bösen Sechs“ keine Sieben wird.

Unterdessen werden ihre alten Landesrivalinnen Kerber (gegen die Spanierin Carla Navarro Suarez) und Görges (gegen die Rumänin Sorana Cirstea) erst morgen gefordert sein. Das Duo darf nach dem erstmaligen Finaleinzug eines deutschen FED-Cup-Teams seit 1992, welcher am vergangenen Wochenende durch das 3:1 gegen Australien unter Dach und Fach gebracht wurde, noch einen Tag länger regenerieren.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen