Kein Budweiser-Bild mit WM-Legende : Mexikos Kapitän Márquez auf schwarzer Liste

Rafael Marquez wird von den US-Behörden nicht gerne auf der großen Bühne gesehen.
Rafael Marquez wird von den US-Behörden nicht gerne auf der großen Bühne gesehen.

In Mexiko ist der Nationalspieler Rafael Márquez eine Legende. In den USA ist er jedoch ein Dorn im Auge der Politik.

shz.de von
19. Juni 2018, 10:48 Uhr

Moskau | In Moskau hat Rafael Márquez bereits WM-Geschichte geschrieben. Mit dem 1:0-Sieg gegen Deutschland am Sonntag hat der 39-jährige Mexikaner als erster Spieler der Welt bei fünf Weltmeisterschaften als Mannschaftskapitän gespielt. Doch seine Probleme mit dem US-Schatzamt verfolgen ihn auch an die Moskwa. Wie die "New York Times" berichtete, müssen sich US-Bürger, -Unternehmen und -Banken von ihm fernhalten. Deshalb dürfe er zum Beispiel nicht vor US-Markenlogos wie Coca-Cola, Budweiser oder McDonald's fotografiert werden.

Das US-Finanzministerium hatte den Defensivstrategen 2017 auf eine schwarze Liste gesetzt, weil er als Strohmann für ein mexikanisches Drogenkartell gedient haben soll. Márquez weist die Vorwürfe zurück. Laut "New York Times" würde er aber bei einem besonders guten Auftritt sicher nicht zum "Budweiser-Mann des Matches" gewählt werden können. Sponsoren, die dafür zahlten, dass ihre Markennamen sichtbar seien, machten einen weiten Bogen um den Spieler.

Am US-Finanzsystem vorbei

So hätten es Fernsehsender vermieden, ihn nach dem Deutschland-Spiel für ein Kurzinterview zu gewinnen. Denn dann hätte er vor einer Plastikwand mit Sponsoren-Logos stehen müssen. Die Fifa habe außerdem den mexikanischen Anteil an den Geldern, die sie jedem Team für die Vorbereitung aufs Turnier zukommen lässt, in Euro an Banken überwiesen, die nicht mit dem US-Finanzsystem verbunden seien.

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