Jan Lindenau : Lübecks neuer Bürgermeister will mehr Transparenz schaffen

Die Bürgermeister-Stichwahl in Lübeck hat eine Überraschung gebracht. Statt der favorisierten Kultursenatorin Weiher zieht SPD-Mann Lindenau ins Rathaus der Stadt ein.

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20. November 2017, 08:10 Uhr

Lübeck | Im Rathaus der Hansestadt Lübeck steht ein Generationswechsel an. Am 1. Mai 2018 wird der 38-jährige Jan Lindenau (SPD) als bislang jüngster Bürgermeister in der 875-jährigen Geschichte der Stadt den Posten des Verwaltungschefs übernehmen. In einer Stichwahl setzte sich der Chef der SPD-Fraktion der Bürgerschaft am Sonntag gegen die parteilose Kultursenatorin Kathrin Weiher durch. Lindenau erhielt 50,9 Prozent der Stimmen, für Weiher stimmten 49,1 Prozent der Wähler. Die Wahlbeteiligung betrug nach Angaben der Stadt 32,6 Prozent.„Ich freue mich sehr, dass es am Ende doch geklappt hat. Ich habe mit einem knappen Ausgang gerechnet“, sagte Lindenau am Sonntagabend.

Nach dem ersten Wahlgang vor zwei Wochen hatte Weiher noch mit 35,2 Prozent vorn gelegen. Lindenau brachte es im ersten Wahlgang auf 29,4 Prozent. Bei der Stichwahl lieferten sich die Kandidaten ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Letztlich trennten nur 965 Stimmen den Sieger Lindenau von seiner Gegenkandidatin Weiher.  „Als erstes will ich den Bürgerservice verbessern und dafür sorgen, dass der Verkehr in Lübeck wieder fließt“, kündigte er nach seiner Wahl an. Weitere Themen seines Wahlkampfes waren der Abbau des Investitionsstaus, die Stärkung von Tourismus, Hafen und Innenstadthandel. Zudem hatte er auf neue Ideen für Wachstum und Arbeitsplätze gesetzt. Größte Aufgabe für den Bankkaufmann dürfte aber der Abbau des Schuldenbergs von etwa 1,5 Milliarden Euro sein.

Der bisherige Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) scheidet im nächsten Frühjahr nach 18 Jahren aus dem Amt aus. Er hatte auf eine erneute Kandidatur verzichtet.

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